| Wir leben in einer Zeit ... Zitate zur Zeitkritik |
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Wir leben in einer Zeit, wo Verborgenheit mehr
schützt als das Gesetz und sicherer macht als Unschuld. Wir leben in einem Zeitalter, in dem die
überflüssigen Ideen überhand nehmen und die notwendigen Gedanken ausbleiben. Wir leben in einer Zeit, wo vieles zugrunde
geht; aber gerade deshalb muss anderes neu entstehen.
Wir leben in einer Zeit vollkommener Mittel
und verworrener Ziele. Wir leben in einer Zeit, die gewaltige Kräfte in
sich spürt und nicht weiß, was sie damit machen soll. Sie beherrscht die
Welt, aber sich selbst nicht. Wir leben in einer Zeit und in einem Milieu, das mit christlichen Ideen gesättigt ist, das sich nicht mehr seines Ursprungs
erinnert. Wir leben in einer allzu bewussten Zeit. Wir
wissen so viel, aber wir fühlen so wenig. Wir leben in einer Zeit, in der das Auffällige
nicht mehr auffällt. Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen
nicht mehr in der Lage sind, zu definieren, was Kultur ist.
Wir leben in einer Zeit, in der man bei der
Wortwahl bereits zum Täter werden kann. Wir leben in einer Zeit, in der die
Gefahr besteht, dass manche schon das Klicken mit dem Zeigefinger auf der
Tastatur des Computers oder der Fernbedienung für die lebhafteste Bewegung
halten. Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen
nicht wissen, was sie wollen, aber alles tun, um es zu bekommen. Wir leben in einer Zeit die keine Grenzen mehr
kennt. Weder die des guten Geschmackes, noch die der Intimsphäre. Der Gott
der maßlosen Vermarktung fordert Opfer. Wir leben im Zeitalter der Verschwommenheit
und Verwirrung. Dagegen anschreiben wird zur großen Überlebensfrage für die
Printmedien. Wir leben in einer Zeit der Technik, welche das
Antlitz der Erde umgestaltet und sich zum Angriff auf die Sterne anschickt.
Trotzdem bleibt das Grundproblems des Daseins für den Menschen ungelöst. Die
Kultur der Technik weiß keine Antwort dafür. Wir leben in einer Zeit, in welcher sich die
Macht verhüllt. Diktatoren und Herrscher konnten bekämpft werden. Die Macht
des Geldes ist nicht personifiziert und es ist daher viel schwieriger, sie
überhaupt wahrzunehmen. Was man nicht wahrnehmen kann, kann man auch nicht in
Frage stellen, geschweige denn bekämpfen.
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