Zitate rund um Recht und Gerechtigkeit
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Denkimpulse zum Wesen von Recht und Gerechtigkeit - nicht nur für die Verantwortlichen in  Gesetzgebung und Rechtsprechung, sondern für alle Betroffenen gesetzgeberischer, verwaltungsmäßiger oder gerichtlicher Entscheidungen
 
Naturrecht
Gewohnheitsrecht
Gerechtigkeit und Recht als religiöser Wert
Gerechtigkeit als Kardinaltugend
Gerechtigkeit und Nächstenliebe
Menschenrechte
Völkerrecht
Freiheitsrechte (Recht auf Leben, Redefreiheit...).
Sozialrechte (Recht auf Arbeit, Bildung...)
Gerechter Lohn, gerechte Steuer, gerechter Handel...
Gerechtigkeit, Recht und Friede
Gerechtigkeit, Recht und Glück
Gerechtigkeit, Recht und Gleichheit
Gerechtigkeit, Recht und Wahrheit
Gerechtigkeit, Recht und Freiheit
Gerechtigkeit, Recht und Macht
Gerechtigkeit, Recht und Gewalt
Gerechtigkeit, Recht und Geld
Gerechtigkeit, Recht und Nützlichkeit
Gerechtigkeit, Recht und Moral
Gerechtigkeit, Recht und persönliche Integrität
Gerechtigkeitssinn und Rechtsbewusstsein
Gerechte Gesetze
Gerechtes Urteil
Soziale Gerechtigkeit
Gerechtigkeit und Globalisierung
Gerechtigkeit und Recht
Gerechtigkeit und Gesetzesflut
Grenzen der Gerechtigkeit
Rechtspositivismus
Geheuchelte Gerechtigkeit
Recht des Stärkeren
Ungerechte Gesetze
Rechtsbeugung/Rechtsverdrehung
Unrechtsanwälte
Unrechtsjustiz
Duldung von Ungerechtigkeit und Unrecht
Ursachen von Ungerechtigkeit und Unrecht
Folgen von Ungerechtigkeit und Unrecht
Vergeltung von Unrecht
Widerstandsrecht
Gerechter Krieg
Anrechte und Vorrechte
Engagement für Gerechtigkeit und Recht

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  Naturrecht

Es gab immer ein Gebot, ausgehend von der Naturordnung, zum Tun des Rechten antreibend und abmahnend vom Vergehen, welches nicht erst dann anfängt, Gesetz zu sein, wenn es geschrieben, sondern schon dann, wenn es entstanden ist. Entstanden aber ist es zugleich mit dem göttlichen Geist.
Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr.-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Das wahre Gesetz ist rechte Vernunft, die mit der Natur übereinstimmt, allen zuteil wird, ständig und ewig ist (…). Es gilt in Rom wie in Athen, heute und morgen. Für alle Völker und Zeiten wird es ewig und unveräusserlich bestehen.
Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr.-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Die höchsten Güter der Menschheit sind menschlicher Willkür entzogen, können uns weder verliehen, noch entrissen werden.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Die Naturrechte sind gewissermaßen durch göttliche Voraussicht aufgestellt worden, sie werden bei allen Völkern ganz gleichmäßig beobachtet, sie bleiben immer in Geltung, und zwar unverändert.
Johannes Stobaios (?), Autor und Sammler antiker philosophischer Aufzeichnungen und Lehrmeinung

Denn wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz fordert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. Sie beweisen damit, dass in ihr Herz geschrieben ist, was das Gesetz fordert, zumal ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen.
Bibel, Neues Testament, Römerbrief 2,14-15

Kein gesetzlich Recht kann natürlich Recht widerlegen.
Altdeutscher Rechtsspruch

Das Licht der natürlichen Vernunft, wodurch wir unterscheiden, was gut und bös ist - das Naturgesetz - ist nichts anderes als die Einstrahlung des göttlichen Lichts in uns. Darum ist offenbar das Naturgesetz nichts anderes als die in der vernünftigen Kreatur statthabende Teilnahme am ewigen Gesetz.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph

Deswegen besitzt ein Gesetz soviel an Geltungskraft, als es an der Gerechtigkeit teilhat. In menschlichen Angelegenheiten heißt aber etwas gerecht, wenn es gemäß der Regel der Vernunft recht ist. Die erste Regel der Vernunft ist aber das Naturgesetz. Somit hat jedwedes vom Menschen erlassene Gesetz soweit die Bewandtnis des Gesetzes, als es sich vom Naturgesetz herleitet. Wenn es hingegen irgendwo vom natürlichen Gesetz abweicht, ist es nicht mehr Gesetz, sondern eine Zerstörung des Gesetzes.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph

 

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Thomas von Aquin als bedeutender Vertreter des Naturrechts (zwischen Aristoteles und Platon, vor ihm, niedergeworfen, der arabische Philosoph Averroes) von Benozzo Gozzoli, italienischer Maler (1420-1497)
http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_von_Aquin

Warum hält und lehrt man denn die Zehn Gebote? Antwort: Darum, dass die natürlichen Gesetze nirgends so fein und ordentlich sind verfasset als von Mose.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Das Naturrecht gilt auch unter der offensichtlich absurden Hypothese, dass Gott nicht existiert.
Hugo Grotius (1583-1645), niederländisch-deutscher Jurist und Völkerrechtler

Von Natur hat jeder Mensch ein Recht auf alles, was er notwendig braucht.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Alle Menschen sind von Natur gleichermaßen frei und unabhängig und besitzen gewisse angeborene Rechte, deren sie ihre Nachkommenschaft bei der Begründung einer politischen Gemeinschaft in keiner Weise berauben oder zwingen können; nämlich das Recht auf Leben und Freiheit und dazu die Möglichkeit, Eigentum zu erwerben und zu erlangen.
Bill of Rights (erste zehn Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von 1789)

Recht ist die Übereinstimmung mit den Naturgesetzen, soweit sie der menschlichen Vernunft bekannt sind.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882), amerikanischer Essayist, Dichter und Philosoph

Dieses Recht auf Leben, Nahrung und Unterkunft, auf medizinische Versorgung, Bildung usw. ist ein dem Menschen angeborenes Recht, das unter keinen Umständen eingeschränkt werden darf, nicht einmal im Hinblick darauf, ob der Betreffende für die Gesellschaft „von Nutzen ist“.
Erich Fromm (1900-1980), amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Gäbe es kein von Natur Rechtes, so ließe sich über Fragen der Gerechtigkeit gar nicht sinnvoll streiten.
Robert Spaemann (1027- ), deutscher Philosoph

  Gewohnheitsrecht

Recht gründet vielfach nicht auf Gesetze, sondern auf Gewohnheit.
Quintilian ( 35-96), römischer Rhetoriklehrer

In den Fällen, wo wir kein geschriebenes Recht besitzen, muss man beachten, was durch Sitte und lange Gewohnheit eingeführt ist. Die fest eingewurzelte Gewohnheit wird ganz zutreffend wie ein Gesetz beachtet; und das ist Recht, von dem man sagen kann, dass es durch langen Gebrauch gefestigt ist.
Justinian I. der Große (um 482-565), römischer Kaiser, orthodoxer Heiliger

  Gerechtigkeit und Recht als religiöser Wert

Lernt Gutes tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!
Bibel, Altes Testament, Jesaja 1,17

Ich bin der Herr, der das Recht liebt und das Unrecht hasst.
Bibel, Altes Testament, Jesaja 61,8

Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium 5,6 (Seligpreisung aus der Bergpredigt Jesu)

Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen.
Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium 6,1

Bemühe dich um Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld und Freundlichkeit.
Bibel, Neues Testament, 1. Timotheusbrief 6,11

Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem heiligen Geist.
Bibel Neues Testament, Römerbrief 14,17

Wo Landesrecht nicht Recht mehr spricht, da korrigiert das Weltgericht.
Talmud, Bereschith 1,27

Beim Verfallen des großen Tao entstanden die Lehren von der "Menschlichkeit" und der "Gerechtigkeit".
Laotse (ca. 500 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Handelt gerecht und ehret die Götter.
Vergil (70-19 v.Chr.), römischer Dichter

Die erste und wichtigste Grundlage des Gesetzes ist der Glaube an die Götter.
Plutarch (46-120), griechischer Philosoph und Geschichtsschreiber

Die Gerechtigkeit besteht nicht darin, dass ihr das Gesicht nach Osten oder Westen richtet, sondern: Derjenige ist gerecht, der an Gott glaubt und der mit Liebe von seinem Vermögen gibt den Anverwandten, Waisen, Armen und Pilgern, überhaupt jedem, der darum bittet; der ist gerecht, der Gefangene auslöst, das Gebet verrichtet, Almosen spendet, der festhält an eingegangenen Verträgen, der geduldig Not und Unglück und Kriegsgefahr trägt - der ist gerecht, der ist wahrhaftig gottesfürchtig.
Koran

Es gibt nur zwei Arten von Menschen: die Gerechten, die sich für Sünder halten, und die Sünder, die sich für gerecht halten. Die Einteilung wird von den Gerechten gemacht.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Die Gerechtigkeit der Menschen aber ist, einem jedem das zu geben, was ihm gehört, und die Gerechtigkeit Gottes, von einem jeden Rechenschaft zu fordern für das, was ihm gegeben ist.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Die Rechte des Volkes kommen nicht von ihm, sondern von der Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit kommt von der Ordnung und diese von Gott selbst.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist

Gerechtigkeit und gleiches Glück kann durch nichts erreicht werden, das weniger fordert als das Christentum, nämlich seiner selbst zu entsagen und den Sinn des eigenen Lebens im Dienst an anderen zu erkennen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller und Anarchist

Die religiösen Gesetze schützen die Armen, die weltlichen nur die Reichen.
Jakow Trachtenberg (1888-1953), ukrainischer Ingenieur

Es gibt keine Gerechtigkeit ohne Glauben.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin

Mit religiös leben meine ich dasselbe, was die Propheten und was Jesus damit gemeint haben: Gerechtigkeit tun, die Wahrheit sagen, den Mitmenschen lieben.
Erich Fromm (1900-1980), amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Je mehr ihr mir sagt und mich zu überzeugen sucht, dass es nichts Absolutes in dieser Welt und in unserem Himmel gebe, dass Wahrheit und Gerechtigkeit und Schönheit Menschenwerk seien, umso tiefer überzeugt ihr mich davon, dass es also Sache des Menschen ist, sie zu erhalten, und dass seine Ehre auf dem Spiel steht. Der Mensch ist verantwortlich vor Gott.
André Gide (1869-1951), französischer Schriftsteller

Ein Leben in Lüge, ohne Freiheit, ohne Rechte oder Gerechtigkeit ist nur im Zeichen des Glaubens an ein besseres und würdigeres Leben erträglich.
Josef Čapek (1887-1845 tschechischer Maler, Zeichner, Graphiker, Fotograf und Schriftsteller)

  Gerechtigkeit und Nächstenliebe

Denn was wäre die Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit, verbündete sich mit der Finsternis der Grausamkeit und wäre eher Ungerechtigkeit als Gerechtigkeit.
Katharina von Siena (1347-1380), italienische
Mystikerin, Jungfrau und Kirchenlehrerin

Die Nächstenliebe ist immer mit der Gerechtigkeit verbunden.
Vinzenz von Paul (1581-1660), französischer katholischer Ordensstifter, Heiliger, Gründer der Caritas

Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen.
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), deutscher Philosoph, Mathematiker, politischer Schriftsteller und Forscher

Die Gerechtigkeit von heute ist die Liebe von gestern; die Liebe von heute ist die Gerechtigkeit von morgen.
Étienne-Michel Gillet (1758-1792), französischer Priester, Martyrer

Keine wahre Liebe ohne Gerechtigkeit und keine wahre Gerechtigkeit ohne Liebe.
Adolf Kolping (1813-65), deutscher katholischer Priester, Begründer des Kolpingwerks, "Gesellenvater"

Was am schlimmsten auf der Welt ist, ist die von der Nächstenliebe getrennte Gerechtigkeit.
François Mauriac (1885-1970), französischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Man sollte die Menschen lehren, nicht von Gerechtigkeit zu sprechen, sondern von Nächstenliebe.
Eugène Ionesco (1909-1994), französisch-rumänischer Dramatiker

  Gerechtigkeit als Kardinaltugend

Wenn jemand Gerechtigkeit liebt, in ihren Mühen findet er die Tugenden. Denn sie lehrt Maß und Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit, die Tugenden, die im Leben des Menschen nützlicher sind als alles andere.
Bibel, Altes Testament, Buch der Weisheit 8,7

In der Gerechtigkeit liegen die Tugenden alle beschlossen.
Phokylides aus Milet (um 450 v.Chr.), griechischer Dichter

In vier Teile gliedert sich das Gute: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maßhalten.
Marcus Tullius Cicero (106 v. Chr.-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Die Gerechtigkeit wächst nicht auf einem mit Lastern gedüngten Boden.
Romain Rolland (1866-1944), französischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Im Altertum sprach man von vier Kardinal- oder Haupttugenden: Weisheit - die Folgen seines Handelns bedenken; Tapferkeit - standhaft sein und Zeugnis geben; Besonnenheit - sich beherrschen; Gerechtigkeit - jedem das Seine geben. Heute würde ich vier neue Kardinaltugenden hinzufügen: Ehrfurcht, Toleranz, Friedensliebe und Solidarität. Die Ehrfurcht ist so wichtig, weil wir erst durch die Katastrophe der Konzentrationslager erfasst haben, was es bedeutet, andere in ihrer Würde und Freiheit zu missachten. Positive Toleranz ist entscheidend für das Zusammenleben im Staat, Friedensliebe für die Völkerverständigung. Solidarität ist die Überzeugung, wir sitzen alle in einem Boot.
Franz König (1905-2004), österreichischer Theologe und Religionswissenschaftler, Kardinal

  Menschenrechte

Achtet alle Menschen!
Bibel, Neues Testament, 1. Petrusbrief 2,17

Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte der Französischen Revolution 1789, zeitgenössische Darstellung, das Dreieck im Strahlenkranz ist ein Symbol der Freimaurer.
Artikel 1 Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es. Soziale Unterschiede dürfen nur im allgemeinen Nutzen begründet sein. Artikel 2 Der Zweck jeder politischen Vereinigung ist die Erhaltung der natürlichen und unantastbaren Menschenrechte. Diese sind das Recht auf Freiheit, das Recht auf Eigentum, das Recht auf Sicherheit und das Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung. Artikel 3 Der Ursprung jeder Souveränität liegt ihrem Wesen nach beim Volke. Keine Körperschaft und kein Einzelner kann eine Gewalt ausüben, die nicht ausdrücklich von ihm ausgeht. Artikel 4 Die Freiheit besteht darin, alles tun zu dürfen, was einem anderen nicht schadet: Die Ausübung der natürlichen Rechte eines jeden Menschen hat also nur die Grenzen, die den anderen Mitgliedern der Gesellschaft den Genuss eben dieser Rechte sichern. Diese Grenzen können nur durch das Gesetz bestimmt werden. Artikel 5 Das Gesetz darf nur solche Handlungen verbieten, die der Gesellschaft schaden. Alles, was durch das Gesetz nicht verboten ist, darf nicht verhindert werden, und niemand kann genötigt werden zu tun, was es nicht befiehlt. Artikel 6 Das Gesetz ist der Ausdruck des allgemeinen Willens. Alle Bürger haben das Recht, persönlich oder durch ihre Vertreter an seiner Gestaltung mitzuwirken. Es muss für alle gleich sein, mag es beschützen oder bestrafen. Da alle Bürger vor ihm gleich sind, sind sie alle gleichermaßen, ihren Fähigkeiten entsprechend und ohne einen anderen Unterschied als den ihrer Eigenschaften und Begabungen, zu allen öffentlichen Würden, Ämtern und Stellungen zugelassen (d.h. Gleichheit vor dem Gesetz für jeden). Artikel 7 Niemand darf angeklagt, verhaftet oder gefangen gehalten werden, es sei denn in den durch das Gesetz bestimmten Fällen und nur in den von ihm vorgeschriebenen Formen. Wer willkürliche Anordnungen verlangt, erlässt, ausführt oder ausführen lässt, muss bestraft werden; aber jeder Bürger, der kraft Gesetzes vorgeladen oder festgenommen wird, muss sofort gehorchen; durch Widerstand macht er sich strafbar. Artikel 8 Das Gesetz soll nur Strafen festsetzen, die unbedingt und offenbar notwendig sind, und niemand darf anders als aufgrund eines Gesetzes bestraft werden, das vor Begehung der Straftat beschlossen, verkündet und rechtmäßig angewandt wurde. Artikel 9 Da jeder solange als unschuldig anzusehen ist, bis er für schuldig befunden wurde, muss, sollte seine Verhaftung für unumgänglich gehalten werden, jede Härte, die nicht für die Sicherstellung seiner Person notwendig ist, vom Gesetz streng unterbunden werden. Artikel 10 Niemand soll wegen seiner Anschauungen, selbst religiöser Art, belangt werden, solange deren Äußerung nicht die durch das Gesetz begründete öffentliche Ordnung stört. Artikel 11 Die freie Äußerung von Meinungen und Gedanken ist eines der kostbarsten Menschenrechte; jeder Bürger kann also frei reden, schreiben und drucken, vorbehaltlich seiner Verantwortlichkeit für den Missbrauch dieser Freiheit in den durch das Gesetz bestimmten Fällen. Artikel 12 Die Gewährleistung der Menschen- und Bürgerrechte erfordert eine öffentliche Gewalt; diese Gewalt ist also zum Vorteil aller eingesetzt und nicht zum besonderen Nutze n derer, denen sie anvertraut ist. Artikel 13 Für die Unterhaltung der öffentlichen Gewalt und für die Verwaltungsausgaben ist eine allgemeine Abgabe unerlässlich; sie muss auf alle Bürger, nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten, gleichmäßig verteilt werden. Artikel 14 Alle Bürger haben das Recht, selbst oder durch ihre Vertreter die Notwendigkeit der öffentlichen Abgabe festzustellen, diese frei zu bewilligen, ihre Verwendung zu überwachen und ihre Höhe, Veranlagung, Eintreibung und Dauer zu bestimmen. Artikel 15 Die Gesellschaft hat das Recht, von jedem Staatsbeamten Rechenschaft über seine Amtsführung zu verlangen. Artikel 16 Eine Gesellschaft, in der die Gewährleistung der Rechte nicht gesichert und die Gewaltenteilung nicht festgelegt ist, hat keine Verfassung. Artikel 17 Da das Eigentum ein unverletzliches und geheiligtes Recht ist, kann es niemandem genommen werden, es sei denn, dass die gesetzlich festgestellte öffentliche Notwendigkeit dies eindeutig erfordert und vorher eine gerechte Entschädigung festgelegt wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Im Naturzustand herrscht ein natürliches Gesetz, das jeden verpflichtet. Und die Vernunft, der dieses Gesetzt entspricht, lehrt die Menschheit, wenn sie sie nur befragen will, dass niemand einem anderen, da alle gleich und unabhängig sind, an seinem Leben und Besitz, seiner Gesundheit und Freiheit Schaden zufügen soll..
John Locke (1632-1704), englischer Philosoph

Gebe Gott, dass nicht nur Liebe zur Freiheit, sondern gründliche Kenntnis der Menschenrechte alle Nationen durchdringe!
Benjamin Franklin (1706-1790), amerikanischer Politiker, Schriftsteller und Naturwissenschaftler

Was helfen die so genannten Menschenrechte in den Konstitutionen, wovon der Arbeiter wenig Nutzen hat, solange die Geldmacht diese sozialen Menschenrechte mit Füßen treten kann?
Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811-1877), deutscher katholischer Bischof, Begründer der katholischen Soziallehre

Wehe euch, ihr Heuchler, ihr setzt auf eure Briefmarken und überallhin die Worte "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Menschenrechte" und schmiedet die Ketten der Sklaven, ihr verurteilt Banknotenfälscher zur Galeere und erlaubt, das Kinder ihren Eltern geraubt und öffentlich verkauft werden; ihr bestraft den Diebstahl eines Huhnes und bestraft den eines Menschen (tatsächlich sind fast alles Sklaven dieser Länder frei geborene Kinder, die durch Überfall ihren Eltern gewaltsam entrissen wurden)…
Charles de Foucauld (1858-1916), französischer Offizier und Einsiedler

Demokratie ist mehr als eine parlamentarische Regierungsform, sie ist eine Weltanschauung, die wurzelt in der Auffassung von der Würde, dem Werte und den unveräußerlichen Rechten eines jeden einzelnen Menschen.
Konrad Adenauer (1876-1967), deutscher Politiker, erster Bundeskanzler

Die Rechte anderer zu schützen, ist das ehrwürdigste und schönste Ziel eines menschlichen Wesens.
Khalil Gibran (1883-1913), libanesischer Schriftsteller (1883-1913), libanesischer Schriftsteller

"Freiheit von Furcht" könnte man sagen, fasst die ganze Philosophie der Menschenrechte zusammen.
Dag Hammarskjöld (1905-1961), schwedischer Politiker, UN-Generalsekretär, Friedensnobelpreisträger (posthum)

Jeder Mensch hat das Recht, Rechte zu haben.
Hannah Arendt (1906-1975), jüdische deutsch-amerikanische Publizistin und Gelehrte

Die Menschenrechte kommen nicht aus der Großzügigkeit des Staates sondern aus der Hand Gottes.
John Fitzgerald Kennedy (1917-1963), amerikanischer Politiker, Präsident der USA

Die Befreiung von der Unterdrückung ist ein Menschenrecht und das höchste Ziel jedes freien Menschen.
Nelson Mandela (1918- ), südafrikanischer Politiker, Präsident, Kämpfer gegen die Apartheit

Die Menschenrechte und die universellen Bürgerrechte werden nur unter einer Bedingung respektiert. Es ist notwendig, dass der Mensch sich bewusst wird, dass er "verantwortlich für die ganze Erde" ist.
Vaclav Havel (1936-2011), tschechischer Schriftsteller und Politiker, Dissident und erster Präsident der CSFR

Die letzte Quelle der Menschenrechte liegt nicht im reinen Willen der Menschen, nicht in der Wirklichkeit des Staates, nicht in den öffentlichen Gewalten, sondern im Menschen selbst und in Gott, seinem Schöpfer. Diese Rechte sind universal, unverletzlich und unveräußerlich. Universal, weil sie unabhängig von Ort, Zeit oder Subjekt ausnahmslos in allen Menschen vorhanden sind. Unverletzlich insofern, als sie ‚aus der Würde und dem Wert erwachsen, die der menschlichen Person innewohnen’ und weil ‚es müßig wäre, die Rechte zu verkünden und nicht gleichzeitig alles zu tun, um den ihnen gebührenden Respekt von Seiten aller überall und gegenüber jedem zu gewährleisten’. Unveräußerlich insofern, als ‚niemand irgendeinen seiner Mitmenschen dieser Rechte rechtmäßig berauben darf; denn das würde bedeuten, seiner Natur Gewalt anzutun’.
Sozialkompendium der katholischen Kirche

  Völkerrechte

Für viele ist eine Bedrohung, wer einem Einzigen Unrecht zufügt.
Publilius Syrus (ca. 90-40 v. Chr.), römischer Moralist

Es gibt nur ein Recht für alle, nämlich das Recht das alles Recht regiert, das Recht des Schöpfers, das Recht der Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Unparteilichkeit - das Naturrecht und das Völkerrecht.
Edmund Burke (1729-1797), irischer protestantischer Politiker und Redner, Kämpfer für die Katholikenemanzipation

Es gibt kein Völkerrecht ohne ein Volksrecht, und kein Volksrecht ohne ein Menschenrecht.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), schweizerischer Pädagoge und Sozialreformer

Man kann als Wahrheit aussprechen, dass ungerechte Nationen nach einer Zahl von Jahren an dem Hass zugrunde gehen, den ihre Ungerechtigkeiten säten, wenn auch mehrere Generationen vorübergehen können, ehe so schlimme Fehler bestraft werden.
Germaine de Staël (1766-1817), französische Schriftstellerin

Ungerechtigkeit irgendwo ist eine Bedrohung für die Gerechtigkeit überall. Wir sind in einem unentrinnbaren Netzwerk der Gegenseitigkeit gefangen, in einem einzelnen Gewand der Bestimmung verknüpft. Alles, was einen direkt betrifft, betrifft alle indirekt.
Martin Luther King (1929-1968), amerikanischer Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

  Freiheitsrechte (Recht auf Leben, Redefreiheit...)

Recht auf Leben

Das Leben ist weder Zweck noch Mittel; das Leben ist ein Recht.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Wahrhaft ethisch ist der Mensch nur, wenn er der Nötigung gehorcht, allem Leben, dem er beistehen kann, zu helfen, und sich scheut, irgendetwas Lebendigem Schaden zu tun. Er fragt nicht, inwiefern diese oder jenes Leben als wertvoll Anteilnahme verdient, und auch nicht, ob und inwieweit es noch empfindungsfähig ist. Das Leben als solches ist heilig.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Unsere Ärzte haben das menschliche Leben auch dann noch für heilig zu halten, wenn unmoralische Gesetze sie dazu zwingen, dieses Gebot zu übertreten.
Charles Lichtenthaler  (1915-1993), Schweizer Arzt und Medizinhistoriker

Der Mensch hat das Recht, geboren zu werden und menschenwürdig zu leben. Er hat den Anspruch auf Pflege in seiner Krankheit und auch das Recht, in Würde zu sterben.
Konstitution des Ordens der Barmherzigen Brüder

Recht auf Nahrung

Zugang zu Nahrung ist weniger ein Bedürfnis als ein Grundrecht von Personen und Völkern.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher Papst

Redefreiheit

Das Schönste auf der Welt ist die Redefreiheit.
Diogenes von Sinope (um 400-324/323 v. Chr.), griechischer Philosoph)

Wie macht's am sichersten des Staates Oberhaupt, dass unerschütterlich er seine Herrschaft stützt? Wenn Redefreiheit er erlaubt und seine Bürger vor dem Unrecht schützt.
Plutarch (46-120), griechischer Philosoph und Geschichtsschreiber

In einem freien Staate müssen auch die Rede und die Gedanken frei sein.
Sueton (um 70-130/140 n.Chr.), römischer Schriftsteller

Ohne Gedankenfreiheit gibt es keine Weisheit. Und ohne Redefreiheit keine öffentliche Freiheit. Sicherheit des Eigentums und Freiheit der Rede gehen Hand in Hand. Und in jenen unglücklichen Ländern, wo ein Mensch seine Zunge nicht sein eigen nennen kann, kann er kaum irgend etwas andres sein eigen nennen.
Benjamin Franklin (1706-1790), amerikanischer Politiker, Schriftsteller und Naturwissenschaftler

Die Regierungen, welche die Freiheit der Rede unterdrücken, weil die Wahrheiten, die sie verbreitet, ihnen lästig sind, machen es wie die Kinder, welche die Augen zuschließen, um nicht gesehen zu werden.
Ludwig Börne (1786-1837), deutscher Schriftsteller, Demokrat

Die Menschen sind doch sonderbare Wesen. Sie gebrauchen nie die Freiheit die sie haben, sondern fordern die, die sie nicht haben: Denkfreiheit haben sie, Redefreiheit fordern sie.
Sören Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Die Freiheit der Rede hat den Nachteil, dass immer wieder Dummes, Hässliches und Bösartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als sie abzuschaffen.
Winston Churchill (1874-1965), englischer Politiker

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell (1903-1950), englischer Schriftsteller

Pressefreiheit

Der Konflikt zwischen den Autoren, welche eine unbedingte Freiheit der Presse fordern, und den Staatsverwesern, die solche nur mehr oder weniger zugestehen können, dauert seit Erfindung der Buchdruckerkunst und kann niemals aufhören.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Die Freiheit der Presse ist die "Condito sine qua non" des allgemeinen Stimmrechts. Jede Abstimmung ohne Pressefreiheit ist durchaus null und nichtig.
Victor Hugo (1802-1885), französischer Schriftsteller

Will man sich der unschätzbaren Wohltaten der Pressefreiheit erfreuen, muss man bereit sein, die unvermeidlichen Übel, die sie hervorruft, hinzunehmen.
Charles Alexis de Tocqueville (1805-1859), französischer Schriftsteller

Sie wissen es und ich weiß es, wozu der törichte Trinkspruch auf die unabhängige Presse. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen reicher Menschen hinter der Szene. Wir sind die Marionetten, sie ziehen die Schnüre und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unsere Leben sind alle das Eigentum anderer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.
John Swinton (1830-1901)

Die Freiheit der Presse im Westen, wobei die viel besser ist als anderswo, ist letztlich die Freiheit von 200 reichen Leuten ihre Meinung zu veröffentlichen.
Peter Scholl-Latour (1924- ), deutsch-französischer Journalist und Publizist

Die Presse muss die Freiheit haben, alles zu sagen, damit gewisse Leute nicht die Freiheit haben, alles zu tun.
Alain Peyrefitte (1925-1999), französischer Politiker

  Sozialrechte (Recht auf Arbeit, Recht auf Bildung...)

Recht auf Arbeit

Wie groß ist doch das Unvermögen unserer Gesellschaft, dem Armen ein geziemendes, seiner Erziehung angemessenen Unterhalt zu gewähren, ihm das erste der natürlichen Rechte zu verbürgen, das Recht auf Arbeit! Unter "natürlichen Rechten" verstehe ich nicht die unter dem Namen Freiheit und Gleichheit bekannten Schimären.
Charles Fourier (1772-1837), französischer Gewerkschaftstheoretiker, Frühsozialist

Geben Sie den Arbeitern das Recht auf Arbeit.
Otto Eduard Leopold von Bismarck (1815-1898), preußisch-deutscher Staatsmann, Reichskanzler

Das Land erkennt das Recht eines jeden Menschen auf ein menschenwürdiges Dasein, insbesondere auf Arbeit, auf angemessenen Wohnraum, auf angemessenen Lebensunterhalt, auf soziale Sicherung und auf Bildung, als Staatsziel an.
Sächsische Verfassung, Artikel 7

Recht auf Bildung

Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offen stehen.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen

Bildung ist ein Bürgerrecht
Ralf Dahrendorf (1929-2009), deutscher Soziologe, Politiker, SPD

  Gerechter Lohn, gerechte Steuer, gerechter Handel

So bleibt dennoch eine Forderung der natürlichen Gerechtigkeit bestehen, die nämlich, dass der Lohn nicht etwa so niedrig sei, dass er einem genügsamen, rechtschaffenen Arbeiter den Lebensunterhalt nicht abwirft.
Leo XIII. (Vincenzo Gioacchino Pecci) (1810-1903), italienischer Papst

Steuergerechtigkeit ist das Gleichgewicht der Lobbies.
Helmut Nahr (1931-1990), deutscher Wirtschaftswissenschaften

Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten und Arbeiter – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.
Definition der FINE

  Gerechtigkeit und Friede

Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und die Frucht des Rechtes Sicherheit auf ewig.
Bibel, Altes Testament, Jesaja 32,17

Gerechtigkeit erhöht ein Volk.
Bibel, Altes Testament, Sprüche 14,34

Wer Gerechtigkeit und Recht übt, der hat gleichsam die ganze Welt mit Milde erfüllt.
Talmud

Wenn wir recht handeln und wenn zwischen jedem Menschen und jedem Volk Gerechtigkeit herrscht, dann haben wir Frieden.
indianisches Sprichwort

Die größte Frucht der Gerechtigkeit ist der Seelenfriede.
Epikur von Samos ( 341-270 v. Chr.), griechischer Philosoph

Gerechtigkeit gibt jedem das Seine, maßt sich nichts Fremdes an und setzt den eigenen Vorteil zurück, wo es gilt, das Wohl des Ganzen zu wahren.
Aurelius Ambrosius (340-397), lateinischer Kirchenvater, Bischof von Mailand und Hymnendichter

Nachsicht ist ein Teil der Gerechtigkeit.
Mark Aurel (121-180), römischer Politiker und Philosoph

Gerechtigkeit und Treue sind die Bindeglieder der Gesellschaft.
John Locke (1632-1704), englischer Philosoph

Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist lieblos, Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit ist entehrend.
Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910), deutscher evangelischer Theologe, Begründer der Bodelschwingschen Anstalten in Bethel

Da die Rechtsordnung zugleich Friedensordnung ist, wird ihr in mancher Bagatellsache am besten gedient, wenn um des "lieben Friedens" willen auch auf das "gute Recht" verzichtet wird.
Gustav Radbruch (1878-1949), deutscher Jurist und Politiker, SPD

Frieden ist nicht die Abwesenheit von Gewalt, sondern die Anwesenheit von Gerechtigkeit.
Aram I.(1947- ), Geistlicher der Armenisch Apostolischen Kirche

  Gerechtigkeit, Recht und Glück

Wer Unrecht sät, der wird Unglück ernten.
Bibel, Altes Testament, Sprüche 22,8

Unrecht Gut gedeiht nicht, Gerechtigkeit aber rettet vor dem Tod.
Bibel, Altes Testament, Sprüche 10,2

Wenn man Gerechtigkeit im Kleinen übt, so hat man im Kleinen Glück, wenn man sie im Großen übt, so hat man im Großen Glück.
Lü Bu We (um 300-235/236 v. Chr.), chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph

Noch nie war einer glücklich, welcher Unrecht tat; des Heiles Hoffnung blühet dem Gerechten nur.
Euripides (484/5-407/8 v. Chr.), griechischer Tragödienschreiber

Was man unrecht tut erwerben, das kommt nicht zum dritten Erbe.
Abraham a Santa Clara (Johann Ulrich Megerle) (1644 - 1709), österreichischer Kanzelredner und Volksschriftsteller

Sei gerecht, so wirst du auch glücklich sein.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

  Gerechtigkeit und Gleichheit

Wer Unrecht tut, wird dafür bestraft werden, gleichgültig wer es ist. Vor Gott sind alle gleich.
Bibel, Neues Testament, Kolosserbrief 3,25

Wo die Gesetze schriftlich aufgezeichnet sind, genießt der Schwache mit dem Reichen gleiches Recht.
Euripides (484/5-407/8 v. Chr.), griechischer Tragödienschreiber

Wenn jemand die Menschlichkeit und das Recht vergewaltigt, so nennt man ihn einen Banditen. Ich habe von der Hinrichtung eines Banditen, aber nicht von der Ermordung eines Fürsten gehört.
Mengtse (um 370-290 v. Chr.) chinesischer Philosoph

Denken wir aber daran, dass auch gegen die Geringsten Gerechtigkeit zu wahren ist.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Es gibt fast nichts Gerechtes und Ungerechtes, dessen Eigenschaft nicht mit dem Wechsel des Klimas wechselt. Drei Breitengrade weiter vom Pol stürzt die ganze Jurisprudenz um. Ein Meridian entscheidet über die Wahrheit, ein paar Jahre über den Besitz. Die Grundgesetze wechseln: das Recht hat seine Zeitalter. Komische Gerechtigkeit, der ein Fluss oder ein Gebirge Grenzen setzt! Wahrheit diesseits der Pyrenäen, Irrtum jenseits!
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Die Gerechtigkeit ist die Freiheit derer, welche gleich sind; die Ungerechtigkeit ist die Freiheit derer, welche ungleich sind.
Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819),

Gleichheit ist immer der Probestein der Gerechtigkeit, und beide machen das Wesen der Freiheit.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller

Auf der Gerechtigkeit beruht alle Ordnung. Es gibt aber nicht zweierlei Gerechtigkeit auf Erden, eine nach unten und eine andere nach oben.
Joseph von Eichendorff (1788-1857), deutscher Dichter

Wenn wir über bürgerliche Ungleichheit klagen, so sind alsdann unsere Augen nach oben gerichtet, wir sehen nur diejenigen, die über uns stehen und deren Vorrechte uns beleidigen; abwärts sehen wir nie bei solchen Klagen.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Der Eckstein der Gerechtigkeit ist die Gleichheit vor dem Gesetz.
Robert Bosch (1861-1942), deutscher Industrieller

Es ist eine Verdrehung der Gerechtigkeit, dass einige nicht vergessen werden, andere aber doch.
Janusz Korczak (1878-1942), polnischer Arzt und Pädagoge, ging mit Kindern ins KZ

Die Gerechtigkeit enthält in sich eine unüberwindbare Spannung: Gleichheit ist ihr Wesen, Allgemeinheit ist deshalb ihre Form - und demnach wohnt ihr das Bestreben inne, dem Einzelfall und dem Einzelmenschen in ihrer Einzigartigkeit gerecht zu werden.
Gustav Radbruch (1878-1949), deutscher Jurist und Politiker, SPD

Man kann nicht die Rechte seines Nachbarn verletzen, ohne gegen die eigenen einen gefährlichen Streich zu führen… Gleichheit der Rechte, in allgemeiner Selbstregierung verkörpert, ist das große moralische Element der wahren Demokratie; sie ist das einzige zuverlässige Sicherheitsventil in der Maschinerie der modernen Gesellschaft.
Carl Schurz (1829-1906), amerikanischer Politiker und Publizist deutscher Herkunft

Eine über die Gleichheit der Chancen hinausgehende Gleichmachung der Menschen ist die höchste Ungerechtigkeit.
Karl Jaspers (1883-1969), deutscher Philosoph des Existentialismus und Schriftsteller, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels

  Gerechtigkeit und Wahrheit

Grundlage aber der Gerechtigkeit ist die Zuverlässigkeit, das heißt die Unveränderlichkeit und Wahrhaftigkeit von Worten und Abmachungen.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Die Gerechtigkeit kennt weder Vater noch Mutter, sie achtet nur auf die Wahrheit.
Hieronymus (347-420), Theologe, Kirchenvater, Heiliger

Es ist etwas Entsetzliches um die Ungerechtigkeiten, die hierzulande gang und gäbe sind, wenig Wahrheit, lauter Falschheit.
Theresia von Avila (1515-1582), spanische Mystikerin, reformierte den Karmeliterorden, Heilige

Auch die Gerechtigkeit trägt eine Binde und schließt die Augen jedem Blendwerk zu.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Gerechtigkeit ist tätige Wahrheit.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist

Die Wahrheit und die Gerechtigkeit sind Souveräne, denn nur sie sichern die Größe der Nation.
Émile Zola (1840-1902), französischer Schriftsteller

Der Wahrheit dienen wenige in Wahrheit, weil nur wenige den reinen Willen haben gerecht zu sein und selbst von diesen wieder die wenigsten die Kraft, gerecht sein zu können.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Eure Kraft, die sich nicht auf Wahrheit und Gerechtigkeit stützt, ist unfähig, lange anzuhalten.
Giuseppe Mazzini (1880-1927), italienischer Anatom

  Gerechtigkeit und Geld

Wer unrechtem Gewinn nachgeht, zerstört sein Haus.
Bibel, Altes Testament, Sprüche 15,27

Besser wenig mit Gerechtigkeit als großes Einkommen mit Unrecht.
Bibel, Altes Testament, Sprüche 16,8

Wer den Richter kauft, verkauft die Gerechtigkeit.
italienisches Sprichwort

Der sittliche Mensch weiß, was recht ist; der gewöhnliche, was man verkaufen kann.
Konfuzius (551-479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Nicht Gewinn ist für ein Land Gewinn, sondern Gerechtigkeit ist Gewinn.
Konfuzius (551-479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Ein Mann, der stets der Macht des Geldes unterliegt, kann niemals gerecht sein.
Demokrit (um 460-370 v. Chr.), griechischer Philosoph

Biegst du den Stab der Gerechtigkeit, dann nicht unter dem Gewicht des Geldes, sondern unter dem der Gnade.
Miguel de Cervantes-Saavedra (1547-1616), spanischer Schriftsteller und Staatsdiener, zeitweilig algerischer Sklave

Gerechtigkeit besteht darin, von keinem Menschen etwas zu nehmen, was ihm gehört.
Thomas Hobbes (1588-1679), englischer Philosoph

Reichtum ist ein Unrecht, das man gutzumachen hat.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu (1689-1755), französischer Schriftsteller und Philosoph

Gerechtigkeit hört auf, wenn sie sich um irgend einen Preis weggibt.
Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph

  Soziale Gerechtigkeit

Wehe denen, die ungerechte Satzungen aufsetzen, und den Schreibern, die immerfort Qual schreiben, die Arme vom Gericht zu verdrängen und den Elenden meines Volkes das Recht zu rauben, dass die Witwen ihre Beute werden und sie die Waisen plündern.
Bibel, Altes Testament, Jesaja 10,1-2

Der Gerechte weiß um die Sache der Armen.
Bibel Altes Testament, Sprüche 29,7

Reich sein und gerecht reimt sich wie krumm und schlecht.
deutsches Sprichwort

Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.
Thales von Milet (ca. 625-547 v.Chr.), griechischer Philosoph

Wahr aber bleibt, dass die größte Ungerechtigkeit von denen ausgeht, die das Übermaß verfolgen, nicht von denen, die die Not treibt. Man wird ja nicht Tyrann, um nicht zu frieren.
Aristoteles (384-322 v. Chr.), griechischer Philosoph

Das ist doch unbillig, dass, wer wenig hat, dass der dem Reichen immer noch zulegen soll!
Terenz (190-159 v. Chr.), römischer Komödiendichter

Wer den einen schadet, um gegen andere großzügig zu sein, ist in der selben Ungerechtigkeit, wie wenn er Fremdes seinem eigenen Vermögen zuwendet.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Dem Hungernden gehört das Brot, das du zurückhältst, dem Nackten das Kleidungsstück, das du im Schrank verwahrst, dem Barfüßigen der Schuh, der bei dir verfault, dem Bedürftigen das Silber, das du vergraben hast. Du tust also vielen Unrecht, denen du hättest helfen können.
Basilius der Große von Cäsarea (330-379), griechischer Kirchenvater, Gründer der Basilianer-Mönche

Die Gerechtigkeit ist jene Tugend, die jedem gibt, was ihm gehört.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph

Was ist Gerechtigkeit? Die unbeirrbare Bemühung um den Nutzen der Gemeinschaft.
Vico Giambattista (1668-1744), italienischer Geschichts- und Rechtsphilosoph

Wenn wir nicht die Gerechtigkeit aufrechterhalten, wird die Gerechtigkeit uns nicht aufrechterhalten.
Francis Bacon (1561-1626), englischer Philosoph, Essayist und Staatsmann, entwarf die Methodologie der Wissenschaften

Wenn man nicht die Gerechtigkeit festigen kann, rechtfertigt man die Gewalt.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Unter lebenswichtigen Gütern verstehe ich nicht nur solche, die unerlässlich zum Erhalt des Lebens sind, sondern auch Dinge, ohne die achtbaren Leuten, selbst aus der untersten Schicht, ein Auskommen nach den Gewohnheiten des Landes nicht zugemutet werden sollte.
Adam Smith (1723-1790), englischer Ökonom

Sei ein Freund der Schwachen und liebe die Gerechtigkeit.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Das Wohl des Volkes ist das höchste Gesetz. Höchstes Gesetz aber ist Gerechtigkeit.
Germaine de Staël (1766-1817), französische Schriftstellerin

Verzögerte Gerechtigkeit ist verweigerte Gerechtigkeit.
William Gladstone (1809-1898), englischer Politiker, Premierminister

Die soziale Ungerechtigkeit sät den ewigen Hass und erntet das allgemeine Leiden.
Émile Zola (1840-1902), französischer Schriftsteller

Ich war immer der Meinung, dass soziale Gerechtigkeit, bis hinab zum Letzten und Niedrigsten, durch Gewaltanwendung unmöglich erreicht werden kann.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Wie ganz anders wäre doch die Welt, wenn wir, statt immer von ausgleichender Gerechtigkeit zu reden, selber etwas ausgleichende Gerechtigkeit trieben, und jeder von uns sich fragte: Was darfst Du von dem, was Du mehr als andere als Glück empfangen hast, wirklich für Dich behalten?
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Die hervorstechenden Fehler der wirtschaftlichen Gemeinschaft, in der wir leben, sind ihr Versagen, für Vollbeschäftigung Vorkehrung zu treffen und ihre willkürliche und unbillige Verteilung des Reichtums und der Einkommen.
John Maynard Keynes (1883-1946), englischer Ökonom

Was wir brauchen ist nicht Wohltätigkeit, sondern Gerechtigkeit.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Schriftsteller

Die Armen sind auf Gerechtigkeit angewiesen, die Reichen auf Ungerechtigkeit.
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Schriftsteller und Regisseur

Denn es geht ja wirklich nicht nur darum, die schlimmsten und dringlichsten Nöte durch individuelle und sporadische Aktivitäten zu lindern, sondern auch darum, die Wurzel des Übels zu benennen, indem man solche Eingriffe vorschlägt, die den sozialen, politischen und wirtschaftlichen Strukturen eine gerechtere und solidarischere Gestalt verleihen.
Johannes Paul II. (Karol Wojityla) (1920-2005), polnischer Papst

Das Gleichheitsideal bedeutet den Übergang vom Almosen zum Versuch, gerechtere Bedingungen zu schaffen, die dem Benachteiligten die Freiheit geben, keiner Almosen mehr zu bedürften.
Alfred Grosser (1925- ), französischer Politologe

Gerechtigkeit ist Ziel und daher auch inneres Maß aller Politik.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927- ), deutscher Papst

Philanthropie ist lobenswert, aber sie darf den Philanthropen nicht dazu führen die Umstände sozialer Ungerechtigkeit zu übersehen, die die Philanthropie notwendig macht.
Martin Luther King (1929-1968), amerikanischer Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Armut und unverschuldete Not sind nicht vereinbar mit einem gerechten, fairen Gemeinwesen.
Ralf Dahrendorf (1929-2009), deutscher Soziologe, Politiker, SPD

Wir sollten es nicht frag- und klaglos akzeptieren, wenn soziale Missstände mit angeblichen wirtschaftlichen Sachnotwendigkeiten begründet werden.
Reinhard Marx (1953- ), deutscher katholischer Theologe, Professor für Sozialethik, Kardinal

Wir lehnen jeden Kompromiss mit allen Arten sozialer Ungerechtigkeit ab, und zwar sowohl in unserem persönlichen als auch im gemeinsamen Lebensstil.
5. Plenarrat der Kapuziner

  Gerechtigkeit und Globalisierung

Die ungleiche Verteilung der Güter dieser Welt unter einer bevorrechteten Minderheit und einer entrechteten Mehrheit wurde durch die jüngsten technischen Erfindungen des westlichen Menschen aus einem unvermeidlichen Übel zu einer unerträglichen Ungerechtigkeit.
Arnold Joseph Toynbee (1889-1975), englischer Kulturtheoretiker und Geschichtsphilosoph

Die Überwindung der Armut ist kein Akt der Barmherzigkeit, sondern ein Akt der Gerechtigkeit.
Nelson Mandela (1918- ), südafrikanischer Politiker, Präsident, Kämpfer gegen die Apartheit

Die Gesetze des Dschungels stimmen. Die reichen entwickelten Länder werden nach wie vor immer reicher und noch mehr entwickelt, während die armen arm bleiben... Das ist die Weltordnung, unter der die Erde litt und leidet. Sie ist weder demokratisch noch gerecht.
Julius Kambarageg Nyerere (1923-1999), tansanischer Politiker, Präsident

Wer durch Almosen geben will, was er der Gerechtigkeit schuldet, spottet der Nächstenliebe.
Oskar Arnulfo Romero (1917-1980), salvadorianischer katholischer Theologe, Erzbischof, Menschenrechtler, ermordet

Wie schwer ist es doch, die Schranken der Hilfsaktionen, der milden Gaben, des kleinlichen Helfens zu überschreiten – und die Gerechtigkeit selbst einzuholen! Die Privilegierten werden gereizt, fühlen sich falsch beurteilt, entdecken Umsturz und Kommunismus.
Dom Hélder Pessoa Câmar (1909.1999), brasilianischer katholischer Theologe, Erzbischof, Menschenrechtler

  Gerechtigkeit und Macht

Gerechtigkeit ist Macht.
slowakisches Sprichwort

Macht kennt kein Recht.
tschechisches Sprichwort

Reiche ohne Gerechtigkeit, sind die etwas anderes als große Räuberhöhlen.
Aurelius Augustinus (354-430), nordafrikanischer, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger

Die Gerechtigkeit ist ohnmächtig ohne die Macht; die Macht ist tyrannisch ohne die Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit erfährt viel Widerspruch, wenn sie keine Macht hat, weil es immer böse Menschen gibt; die Macht wird angeklagt, wenn sie nicht gerecht ist. Man muss also die Gerechtigkeit und die Macht vereinigen, und dazu muss man bewirken, dass das mächtig sei, was gerecht ist, oder dass gerecht sei, was mächtig ist.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Jeder hat soviel Recht, wie er Macht hat.
Baruch de Spinoza (1632-1677), niederländischer Philosoph

Die Gerechtigkeit hört auf, wenn ihr die Macht fehlt.
Claude Adrien Helvétius (1715-1771), französischer Philosoph),

Die Gerechtigkeit ist ohnmächtig ohne die Macht; die Macht ist tyrannisch ohne die Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit erfährt viel Widerspruch, wenn sie keine Macht hat, weil es immer böse Menschen gibt; die Macht wird angeklagt, wenn sie nicht gerecht ist. Man muss also die Gerechtigkeit und die Macht vereinigen, und dazu muss man bewirken, dass das mächtig sei, was gerecht ist, oder dass gerecht sei, was mächtig ist.
Antoine Comte de Rivaról (1753-1801), französischer Schriftsteller, Aphoristiker

Das Unrecht kann sich keine Niederlage leisten, aber das Recht kann es.
Rabindranath Tagore (1861-1941), indischer Dichter, Literaturnobelpreisträger

Wie ohnmächtig auch die guten und gerechten Menschen sein mögen, sie allein machen das Leben lebenswert.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Macht haben verpflichtet, Gerechtigkeit zu üben.
Erich Limpach (1899-1965), deutscher Lyriker

Das Gebot der Stunde heißt: Der Wille zur Gerechtigkeit muss den Willen zur Macht ablösen.
Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller

Es ist nicht genug, die Gerechtigkeit auf deiner Seite zu haben, es ist entscheidend, stark genug zu sein, um sie zu verteidigen.
Chaime Herzog (1918-1997), israelischer Politiker, ehemaliger Staatspräsident

  Gerechtigkeit, Recht und Gewalt

Wo Gewalt herrscht, schweigen die Rechte.
deutsches Sprichwort

Der Krieg beugt viel Recht und biegt viel Unrecht zurecht.
spanisches Sprichwort

Wenn nämlich die Ungerechtigkeit bewaffnet ist, so ist sie am allergefährlichsten.
Aristoteles (384-322 v. Chr.), griechischer Philosoph

Unrecht, durch Unrecht bekämpft, wird noch mächtiger.
Peter Rosegger (1843-1918), österreichischer Schriftsteller

Durch Unrecht - niemals Recht. Durch Recht - niemals Unrecht.
Dag Hammarskjöld (1905-1961), schwedischer Politiker, UN-Generalsekretär, Friedensnobelpreisträger (posthum)

  Gerechtigkeit und persönliche Integrität

Pflegt wahrhaftiges Recht und übt Güte und Barmherzigkeit gegeneinander!
Bibel, Altes Testament, Sacharia 7,9

Gerecht leben wir, wenn wir, was wir an andern tadeln, selber nicht tun.
Thales von Milet (ca. 625-547 v.Chr.), griechischer Phliosoph

Der höhere Mensch will Gerechtigkeit, der gewöhnliche Gunst.
Konfuzius (551-479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich die vom Unrecht nicht Betroffenen genauso entrüsten wie die Beleidigten.
Platon ( 427-347 v. Chr.), griechischer Philosoph

Wahre Gerechtigkeit empfindet Mitleid; falsche Gerechtigkeit Entrüstung.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Gerechtigkeit wird von vielen gepriesen, aber nur von wenigen gelebt.
Marcellus Palingenius Stellatus (16. Jh.), italienischer Dichter

Die meisten Menschen lieben die Gerechtigkeit nur aus Angst, Ungerechtigkeit zu erleiden.
François de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Schriftsteller

Kein Streit würde lange dauern, wenn das Recht oder das Unrecht nicht auf beiden Seiten wäre.
François de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Schriftsteller

Um anderen gegenüber gerecht sein zu können, muss man sich selbst gegenüber ehrlich sein.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Das Gespinst der Lüge umstrickt den Besten; der Redliche kann nicht durchdringen; die kriechende Mittelmäßigkeit kommt weiter als das geflügelte Talent; der Schein regiert die Welt, und die Gerechtigkeit ist nur auf der Bühne.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Wer nicht frei ist vom Ich, der kann nicht gerecht sein.
Franz von Sales (1567-1622), französischer Theologe, Ordensgründer der Salesianerinnen, Bischof von Genf, Heiliger

Es ist sehr leicht, gut, aber sehr schwierig, gerecht zu sein.
Victor Hugo (1802-1885), französischer Schriftsteller

Fünf Vorsätze für den Tag: Ich will bei der Wahrheit bleiben. Ich will mich keiner Ungerechtigkeit beugen. Ich will frei sein von Furcht. Ich will keine Gewalt anwenden. Ich will in jedem zuerst das Gute sehen.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Ich wäre ungehorsam, wenn die Gerechtigkeit und die Wahrheit es wollen.
Charles Péguy (1873-1914), französischer Schriftsteller

Mitleid ist nur halbe Gerechtigkeit
Khalil Gibran (1883-1913), libanesischer Schriftsteller (1883-1913), libanesischer Schriftsteller

Allen Menschen gegenüber muss man Gerechtigkeit und Menschlichkeit walten lassen.
Zweites Vatikanisches Konzil

Die Gerechtigkeit ist nicht einfach eine menschliche Konvention, denn was "gerecht" ist, wird in seinem Ursprung nicht vom Gesetz bestimmt, sondern stammt aus der Tiefe der menschlichen Identität.
Sozialkompendium der Katholischen Kirche

  Gerechtigkeit und Moral

Nichts, dem Gerechtigkeit mangelt, kann moralisch richtig sein.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Es gibt nur eine Moral, genauso wie es nur eine Gerechtigkeit gibt.
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

Was an unseren Institutionen, Gesetzen und Sitten moralisch wertvoll ist, stammt aus Äußerungen des Rechtsgefühls zahlloser Individuen.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Erst wenn es uns gelingt, die moralische Verwilderung zu überwinden, mit der alle Rechtsbegriffe zerstört sind, wenn die Deutschen wieder lernen, Recht von Unrecht zu unterscheiden und wenn sie auch bereit sind, eigenes begangenes Unrecht wieder gut zu machen, erst dann werden wir einen Ausweg finden und wieder die Achtung in der Welt gewinnen, die wir vor Hitler genossen haben.
Ernst Reuter (1889-1953), deutscher Politiker, SPD

  Gerechtigkeit und Freiheit

Kein Staatsbürger darf so reich sein darf, um sich einen andern kaufen zu können, noch so arm, um sich verkaufen zu müssen.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Freiheit! Freiheit! In allem Gerechtigkeit, und es wird genug Freiheit geben.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist

Wo keine Gerechtigkeit ist, ist keine Freiheit, und wo keine Freiheit ist, ist keine Gerechtigkeit.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller

Die wahre Freiheit ist nichts anderes als Gerechtigkeit.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller

Die Idee des Rechts ist die Freiheit.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831), deutscher Philosoph

Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand.
Hoffmann von Fallersleben (1798-1874), deutscher Germanist und Lyriker

Die politische Freiheit hat das Volk nicht vor sozialer Ungerechtigkeit bewahrt.
Rosa Luxemburg (1870-1919), deutsche Politikerin, Begründerin der KPD

  Gerechtigkeit und Recht

Ich mache das Recht zur Richtschnur und die Gerechtigkeit zur Waage.
Bibel, Altes Testament, Jesaja 28,16


Gerechtigkeit – Justitia (die nackte Wahrheit mit Waage und Schwert als Symbolen der Gerechtigkeit) von Lucas Cranach dem Älteren, deutscher Maler (1472-1553)

Wohl denen, die das Recht einhalten, die Gerechtigkeit üben allezeit!
Bibel, Altes Testament, Psalm 106,3

Immer sind es die Schwächeren die nach Recht und Gleichheit suchen, die Stärkeren aber kümmern sich nicht darum.
Aristoteles (384-322 v. Chr.), griechischer Philosoph

Das Recht ist nichts anderes als die in der staatlichen Gemeinschaft herrschende Ordnung, und eben dieses Recht ist es auch, das darüber entscheidet, was gerecht ist.
Aristoteles (384-322 v. Chr.), griechischer Philosoph

Das Gesetz ist ein Vertrag, worin man sich gegenseitig das Recht verbürgt. Aber es ist nicht imstande, die Bürger zu Sittlichkeit und Gerechtigkeit zu erziehen.
Lykophron (1. Hälfte 4. Jh. v. Chr.), griechischer Philsosoph

Wenn der Staat eine Angelegenheit des Volkes ist und es kein Volk gibt, das nicht durch die Übereinstimmung des Rechtes geeint wird, das Recht aber dort nicht vorhanden ist, wo es keine Gerechtigkeit gibt, so folgt daraus ohne Zweifel der Schluss, dass da kein Staat vorhanden ist, wo es keine Gerechtigkeit gibt.
Aurelius Augustinus (354-430), nordafrikanischer, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger

Gerechtigkeit ist der beständige und dauernde Wille, jedem das ihm Gebührende mitzuteilen. Die Gebote des Rechts sind folgende: ehrenhaft leben, den Nächsten nicht verletzen und jedem das Seine zukommen lassen.
Justinian I. der Große (um 482-565), römischer Kaiser, orthodoxer Heiliger

Wir werden niemandem Recht oder Gerechtigkeit verkaufen, verweigern oder verzögern.
Magna Charta Libertatum von 1215

Dem Gerechten keine Gesetze und dem Weisen keine Ratschläge.
Baltasar Gracián y Morales (1602-1658), spanischer Schriftsteller und Philosoph, Jesuit

Nichts ist endgültig geregelt, was nicht gerecht geregelt ist.
Abraham Lincoln (1809-1865), amerikanischer Politiker, Präsídent, Kämpfer für die Abschaffung der Sklaverei

Ich brauche keine Gnade, ich will Gerechtigkeit.
Gotthold Ephraim Lessing (1824-1900), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung

Gerechtigkeit ist das Recht des Schwächeren. In uns ist sie das Gut des Nächsten, und in den anderen das unsere.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist

Ich finde, wir sollten erst Menschen sein und danach Untertanen. Mann sollte nicht den Respekt vor dem Gesetz pflegen, sondern vor der Gerechtigkeit. Nur eine einzige Verpflichtung bin ich berechtigt einzugehen, und das ist, jederzeit zu tun, was mir recht erscheint.
Henry David Thoreau (1817-1862), amerikanischer Schriftsteller

Manche Richter sind so stolz auf ihre Unbestechlichkeit, dass sie darüber die Gerechtigkeit vergessen.
Oscar Wilde (1854-1900), englischer Schriftsteller irischer Herkunft

Wir können dir nur eins geben: die Sehnsucht nach einem besseren Leben, das es jetzt vielleicht noch nicht gibt, eines Tages aber geben wird - ein Leben voller Wahrheit und Gerechtigkeit.
Janusz Korczak (1878-1942), polnischer Arzt und Pädagoge, ging mit Kindern ins KZ

Wo Gerechtigkeit nicht einmal erstrebt wird, wo die Gleichheit, die den Kern der Gerechtigkeit ausmacht, bei der Setzung positiven Rechts bewusst verleugnet wurde, da ist das Gesetz nicht etwa nur "unrichtiges Recht", vielmehr entbehrt es überhaupt der Rechtsnatur. Denn man kann Recht, auch positives Recht, gar nicht anders definieren denn als eine Ordnung und Satzung, die ihrem Sinn nach bestimmt ist, der Gerechtigkeit zu dienen.
Gustav Radbruch (1878-1949), deutscher Jurist und Politiker, SPD

  Gerechtes Urteil

Ihr sollt in der Rechtsprechung kein Unrecht tun. Du sollst weder für einen Geringeren noch für einen Großen Partei nehmen; gerecht sollst du deinen Stammesgenossen richten.
Bibel, Altes Testament, Leviticus 19,15

Nun spricht man wieder Recht nach Gerechtigkeit; ihr folgen alle Menschen mit redlichem Herzen.
Bibel. Altes Testament, Psalm 94,15

Datei:Giovanni Battista Tiepolo 062.jpg

Urteil – Das Urteil Salomos (1. Könige 3,16-28: Damals kamen zwei Dirnen und traten vor den König.  Die eine sagte: „Bitte, Herr, ich und diese Frau wohnen im gleichen Haus, und ich habe dort in ihrem Beisein geboren. Am dritten Tag nach meiner Niederkunft gebar auch diese Frau. Wir waren beisammen; kein Fremder war bei uns im Haus, nur wir beide waren dort. Nun starb der Sohn dieser Frau während der Nacht; denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt. Sie stand mitten in der Nacht auf, nahm mir mein Kind weg, während deine Magd schlief, und legte es an ihre Seite. Ihr totes Kind aber legte sie an meine Seite. Als ich am Morgen aufstand, um mein Kind zu stillen, war es tot. Als ich es aber am Morgen genau ansah, war es nicht mein Kind, das ich geboren hatte.“  Da rief die andere Frau: „Nein, mein Kind lebt, und dein Kind ist tot.“  Doch die erste entgegnete:„Nein, dein Kind ist tot, und mein Kind lebt.“ Man brachte es vor den König. So stritten sie vor dem König. Da begann der König: „Diese sagt: 'Mein Kind lebt, und dein Kind ist tot!' und jene sagt: 'Nein, dein Kind ist tot, und mein Kind lebt.'“ Und der König fuhr fort: „Holt mir ein Schwert!“  Nun entschied er: „Schneidet das lebende Kind entzwei, und gebt eine Hälfte der einen und eine Hälfte der anderen!“  Doch nun bat die Mutter des lebenden Kindes den König - es regte sich nämlich in ihr die mütterliche Liebe zu ihrem Kind: „Bitte, Herr, gebt ihr das lebende Kind, und tötet es nicht!“  Doch die andere rief: „Es soll weder mir noch dir gehören. Zerteilt es!“  Da befahl der König: „Gebt jener das lebende Kind, und tötet es nicht; denn sie ist seine Mutter.“  Ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König gefällt hatte, und sie schauten mit Ehrfurcht zu ihm auf; denn sie erkannten, dass die Weisheit Gottes in ihm war, wenn er Recht sprach) von Giovanni Battista Tiepolo, italienischer Maler (1696-1770)

Urteilt nicht nach dem Äußeren, sondern fällt euer Urteil in Gerechtigkeit.
Bibel, Neues Testament, Johannes-Evangelium 7,24

Du sollst gerecht richten; du sollst die Person nicht ansehen, um bei Verfehlungen zu überführen.
Didache 4,2

Wer mag ein Urteil fällen, wer das Rechte sehn, bevor er sorgsam angehört der beiden Wort.
Euripides (484/5-407/8 v. Chr.), griechischer Tragödienschreiber

Es gibt nichts Ungerechteres als einen unerfahrenen Menschen, der nichts für recht hält, was er nicht selbst getan hat.
Terenz (190-159 v. Chr.), römischer Komödiendichter

Fort mit jeder Rücksichtnahme auf die Person des Nächsten bei der Rechtsprechung! Fort mit jeder Begünstigung! Nach Gebühr soll der Fall entschieden werden.
Aurelius Ambrosius (340-397), lateinischer Kirchenvater, Bischof von Mailand und Hymnendichter

Justiz, die schont, nährt Ungerechtigkeit.
Francis Bacon (1561-1626), englischer Philosoph, Essayist und Staatsmann, entwarf die Methodologie der Wissenschaften

Erst wenn man das Gute eines Dinges eingesehen hat, ist man berechtigt, ein Urteil über das Schlechte zu sprechen.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

  Grenzen der Gerechtigkeit

Es gibt einen Punkt, bei dem selbst Gerechtigkeit ungerecht ist.
Sophokles (496-406 v.Chr.), griechischer Philosoph

Treibe das Recht auf die äußerste Spitze, und es wird zum Unrecht: presse allen Saft aus einer Apfelsine und sie wird bitter.
Baltasar Gracián y Morales (1602-1658), spanischer Schriftsteller und Philosoph, Jesuit

Die Qualität von Gerechtigkeit und Wahrheit ist zu fein, als dass man sie mit unseren klobigen menschlichen Instrumenten messen kann.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Es gibt Akte der Gerechtigkeit, welche die verderben, die sie vollziehen.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist

Der Mensch hat mehr Trieb als Fähigkeit, gerecht zu sein.
Christian Friedrich Hebbel (1813-1963), deutscher Dramatiker und Lyriker

Vollkommene Gerechtigkeit kann in der Geschichte nie ganz verwirklicht werden.
Max Horkheimer (1895-1973), deutscher Philosoph und Soziologe

Die Forderung nach Gerechtigkeit endet mit Ungerechtigkeit, wenn sie nicht zunächst durch eine ethische Rechtfertigung der Gerechtigkeit begründet wird.
Jean-Paul Sartre (1905-1980), französischer Schriftsteller und Philosoph

Absolute Gerechtigkeit gibt es nicht, und wenn jemand absolute Gerechtigkeit anstrebt, wird es furchtbar ungerecht.
Friedrich von Metzler (1943- ), deutscher Privatbankier

"Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!". Das ist das Ende von Recht und Gerechtigkeit.
Johannes Gross (1933-2000), deutscher Publizist, Herausgeber und TV-Moderator

  Rechtspositivismus

Das größte Recht ist oft die größte Ungerechtigkeit.
Terenz (190-159 v. Chr.), römischer Komödiendichter

Manche Gesetze sind nicht aufgeschrieben, aber gültiger als die aufgeschriebenen.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Der Richter ist kraft seines Amtes verpflichtet, von einer gesetzlichen Vorschrift bewusst abzuweichen dann, wenn jene Vorschrift mit dem sittlichen Empfinden der Allgemeinheit dergestalt in Widerspruch steht, dass durch Einhaltung derselben die Autorität von Recht und Gesetz erheblich ärger gefährdet sein würde als durch deren Außerachtsetzung.
Hans Reichel (1878-1939,) schweizerischer Jurist und Rechtsphilosoph

Es gibt für jede äußere Legalität eine letzte Grenze, wo sie unwahrhaftig und unsittlich wird. Dann nämlich, wenn sie zum Deckmantel einer Feigheit wird, die sich nicht getraut, gegen offenkundige Rechtsverletzungen aufzutreten.
Kurt Huber (1893-1943), deutscher Professor für Musikwissenschaften und Psychologie, Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose, von den Nazis ermordet

  Geheuchelte Gerechtigkeit

Der höchste Grad von Ungerechtigkeit ist geheuchelte Gerechtigkeit.
Platon ( 427-347 v. Chr.), griechischer Philosoph

Es gibt keine grausamere Tyrannei als die, welche unter dem Deckmantel der Gesetze und mit dem Scheine der Gerechtigkeit ausgeführt wird.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu (1689-1755), französischer Schriftsteller und Philosoph

Vor Schelmen, die den Mantel der Gerechtigkeit tragen, vor denen kann kein Mensch sich schützen. Die sind ärger als die schlimmsten Verbrecher und verdienen doppelte Bestrafung.
Friedrich II., der Große (1712-1786), preußischer König

  Rechtsbeugung/Rechtsverdrehung

Du sollst das Recht nicht beugen, die Person nicht ansehen und nicht Bestechung annehmen.
Bibel, Altes Testament, Deuteronomium 16,9

Verflucht, wer das Recht verdreht.
Bibel, Altes Testament, Deuteronomium 27,19

Wenn ein Reicher sich mit Worten vergriffen hat, so gibt man ihm noch recht.
Bibel, Altes Testament, Jesus Sirach 13,26

Wer das Recht beugt, bricht es.
deutsches Sprichwort

Heute ist eine große Nachfrage nach Menschen, die das Unrecht so erscheinen lassen, als wäre es Recht.
Terenz (190-159 v. Chr.), römischer Komödiendichter

Jetzt wird belohnt, wer Recht verkehrt in Unrecht.
Terenz (190-159 v. Chr.), römischer Komödiendichter

Die blinde Begierde nach Ehrenstellen und Reichtum treibt die erbärmlichen Menschen, sich über die Grenzen des Rechtes wegzusetzen.
Lukrez (Titus Lucretius Carus) (ca. 97-55 v. Chr.), römischer Dichter und Philosoph

Das Recht ist, wo das meiste Geld ist.
Lukian von Samosata (ca. 120 bis Ende des 2. Jh.), griechischer Satiriker syrischer Herkunft

Das Töten eines Menschen gilt als Unrecht, und es steht darauf eine Todesstrafe. Die Tötung von hundert Menschen verdient demnach hundert Todesstrafen. Kommen wir nun aber zur Ungerechtigkeit im Großen, nämlich zum Angriff auf einen Staat, dann verurteilen die Menschen diese nicht mehr, im Gegenteil, sie rühmen sie und nennen sie gerecht. Sie verstehen die Dinge nicht und wissen nicht, was recht und unrecht ist.
Mo-ti (um 470-400 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Gerechtigkeit heißt: seine Pflichten erfüllen, Ungerechtigkeit: seine Pflichten nicht erfüllen, sondern beiseite schieben.
Demokrit (um 460-370 v. Chr.), griechischer Philosoph

Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein, um sicher Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Es ist in vielen Fällen Dingen eine schlimme Sache um die Gewohnheit. Sie macht, dass man Unrecht für Recht und Irrtum für Wahrheit hält.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Sie haben viele Gesetze gemacht und die Reichen dürfen sie brechen, die Armen aber nicht. Sie nehmen das Geld der Armen und Schwachen, um die Reichen und Starken damit zu stützen.
Sitting Bull (
Tatanka Iyotanka) (1831-1890), Stammeshäuptling und Medizinmann der Hunkpapa-Lakota-Sioux

In den Abgründen des Unrechts findest du immer die größte Sorgfalt für den Schein des Rechts.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), schweizerischer Pädagoge und Sozialreformer

Juristische Schwierigkeiten gibt es nicht für Leute mit Geld.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1925

Der Chor der Stimmen wächst, die den Friedensstörer nicht in dem erblicken, der das Unrecht geschaffen hat, sondern in dem, der es ändern will.
Karl Theodor zu Guttenberg (1971- ), deutscher Politiker, CSU

Wahrhaft notwendig ist nur eins. Und dies Eine heißt: Gerechtsein.
Fénélon (Francois de Salinac de La Mothe-Fénelin)

  Gerechtigkeit, Recht und Nützlichkeit

Es gibt überhaupt nur die eine Gerechtigkeit, die von der Natur stammt; leitet man sie aus dem Nutzen her, so wird sie durch diesen Nutzen auch wieder umgestoßen werden.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Kein Staat kann ohne Recht, kein Recht ohne Staat bestehen.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph

Ein Volk zeigt der Gerechtigkeit größere Achtung, noch verweigert es Unterwerfung, wenn es beobachtet hat, dass die Verfasser ihren Gesetzen gehorchen.
Matthias Claudius (1740-1815), deutscher Dichter, Redakteur und Erzähler

Es ist möglich, Böses zu tun, obwohl man glaubt, Gutes zu tun; es ist möglich schuldig zu werden, indem man es weiß und es will. Aber eine in sich widerspruchsvolle Sache ist niemals eine Wahrheit: es gibt keine Gerechtigkeit der Ungerechtigkeit.
Germaine de Staël (1766-1817), französische Schriftstellerin

Das Nützlicheitsprinzip, jene Maxime der Lüge, die zu den größten Selbsttäuschungen führt, zerstört die persönliche Verantwortlichkeit, die Ehrlichkeit und Gerechtigkeit, es untergräbt das Gewissen des Menschen vollkommen, da er sich immer mehr daran gewöhnt, alles nach jenem vermeintlichen Nutzen und nicht nach Wahrheit und Gerechtigkeit zu beurteilen.
Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811-1877), deutscher katholischer Bischof, Begründer der katholischen Soziallehre

Eine Regierung in der die Mehrheit in jedem Fall den Ausschlag gibt, kann nicht auf Gerechtigkeit gegründet sein, nicht einmal soweit Menschen die Gerechtigkeit verstehen.
Henry David Thoreau (1817-1862), amerikanischer Schriftsteller

Das Recht hat die merkwürdige Eigenschaft, dass man es behalten kann, ohne es zu haben.
Joseph Unger (1828-1913), österreichischer Jurist, Schriftsteller, Politiker und Reichsgerichtspräsident

Auf drei Dingen beruht die Welt, auf Recht, auf Wahrheit und auf Frieden.
Sprüche der Väter

Gerichtsstellen und Obrigkeiten sind dazu bestimmt, das Recht zu schützen und die Wahrheit handzuhaben.
Abraham a Santa Clara (Johann Ulrich Megerle) (1644 - 1709), Kanzelredner und Volksschriftsteller

Wenn die Reichen die Armen ihrer Rechte berauben, so wird das ein Beispiel für die Armen, die Reichen ihres Eigentums zu berauben.
Thomas Paine

Ohne die Zivilcourage des Einzelnen sind die Rechtstitel des Gesetzes nichts anderes als eine Ansammlung wirkungsloser Werte.
Erich Limpach (1899-1965), deutscher Lyriker

Nein, das Modewort unserer Zeit, "was nützt alles Forschen nach Wahrheit und Recht, es kommt doch nichts dabei heraus", ist nicht die Wahrheit: Es ist nur ein Stoßseufzer unserer Verlegenheit, und unsere Abneigung gegen Wahrheit und Recht, sofern sie uns nicht dienen.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), schweizerischer Pädagoge und Sozialreformer

Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein, um sicher Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben.
Georg Christoph Lichtenberg

Eins ist, was besteht: das Recht.
Ludwig Börne

Die Waffen sprechen gewöhnlich anderes Recht als die Gesetze. Der Krieg verfügt eigenmächtig alles zum Vorteil des Siegers und verkehrt oft die Satzung des Rechts in das Gegenteil.
Dion Cassius

Sei du kühn bereit, die Wahrheit und das Recht mit Gefahr des Lebens zu verteidigen.
al-Harîrî

Bestechung macht die Augen des Weisen blind und verdreht die Sache dessen, der im Recht ist.
AT, 5. Mose 16,19

Je mehr Gesetz, je weniger Recht.
deutsches Sprichwort

Man ist nicht nur vor seinem Gewissen verantwortlich, man ist auch für sein Gewissen verantwortlich. Man ist dafür verwantwortlich, das man gelernt hat, Recht von Unrecht zu unterscheiden.
Fulbert Steffensky

Wo den Sachen der Armen anders nicht geholfen werden kann, sind die Anwälte gehalten, ihre Sache zu übernehmen und ihnen ihren Schutz angedeihen zu lassen; gerade wie alle gehalten sind, das Werk der Barmherzigkeit für den aufzuwenden, der eine Not leidet.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph

Alle Wissenschaft muss ihr Knie vor dem Recht beugen.
Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph

Recht, von dem man keinen Gebrauch macht, stirbt ab.
Heinrich Böll

Erstes Alter war das Goldene. Ohne Gesetze und Sühne wahrte aus eigenem Trieb es die Treue und die Rechte.
Ovid ( 43 v.Chr.-17 n.Chr.), römischer Dichter

  Rechtsstaat

Auf drei Säulen ruht die Gesellschaft: auf der Gerechtigkeit, der Wahrheit und dem Frieden.
Talmud

Bei weitem die größte und schönste Weisheit ist die, die sich in der Ordnung der Städte und Haushaltungen zeigt und die die Namen Besonnenheit und Gerechtigkeit trägt.
Platon ( 427-347 v. Chr.), griechischer Philosoph

Vor den Richter gehen heißt aber, auf Gerechtigkeit ausgehen; denn der Richter soll gewissermaßen die lebendige Gerechtigkeit sein.
Aristoteles (384-322 v. Chr.), griechischer Philosoph

Gesetz aber ist da, wo Ungerechtigkeit möglich ist.
Aristoteles (384-322 v. Chr.), griechischer Philosoph

Sogar die allumfassendste Staatsgewalt hat allein vor dem Recht zu ruhen.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Man muss zugeben, dass erst Furcht vor Unrecht das Recht geschaffen hat.
Horaz (65-8 v.Chr.), römischer Philosoph

Durch die Wacht der Gesetze werden auch die gedeckt, die sich am meisten gegen sie vergangen haben. Manche Dinge könnten bestimmten Menschen nicht zuteil werden, wenn sie nicht allen gegeben würden.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Alle Politik muss ihre Knie vor dem Recht beugen.
Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph

Vor die Wahl gestellt zwischen Unordnung und Unrecht, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Es den Menschen schwer zu machen, Unrecht zu tun, und es ihnen leicht zu machen, Recht zu tun - das ist die Pflicht der Regierung.
William Gladstone (1809-1898), englischer Politiker, Premierminister

Danach sollst du trachten: eig'ne Rechte mild zu üben, fremde Rechte streng zu achten.
Emanuel Geibel (1815-1884), deutscher Dichter

Unter einer Regierung, die irgend jemand ungerechterweise einkerkert, ist das Gefängnis der angemessene Ort für einen gerechten Mann.
Henry David Thoreau (1817-1862), amerikanischer Schriftsteller

Die Gerechtigkeit ist die zweite große Aufgabe des Rechts, die erste aber ist die Rechtssicherheit, der Friede.
Gustav Radbruch (1878-1949), deutscher Jurist und Politiker, SPD

Unrecht gewinnt oft Rechtscharakter einfach dadurch, dass es häufig vorkommt.
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Schriftsteller und Regisseur

Wer weiß, wie Gesetze und Rechte zustande kommen, kann nachts nicht mehr ruhig schlafen.
Otto Eduard Leopold von Bismarck (1815-1898), preußisch-deutscher Staatsmann, Reichskanzler

Wer Recht setzt, verpflichtet sich damit, sich an das von ihm gesetzte Recht zu halten.
Edith Stein (1891-1942), deutsche Philosophin aus jüdischer Familie, Ordensschwester, Ermordung im KZ,
Heilige

Wie viele Paragraphen erübrigten sich, wenn in einer Präambel zu den Gesetzestexten das Wort Gerechtigkeit erschiene?
Erhard Blanck (1942- ), deutscher Schriftsteller

Rechtssicherheit ist die beste Staatssicherheit.
Gregor Gysi (1948- ), deutscher Politiker, PDS-Fraktionsvorsitzender

Jeder hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, Artikel 8

  Gerechtigkeitssinn und Rechtsbewusstsein

Die meisten Menschen … schämen sich nicht, ein Verfahren, das jeder von ihnen sich selbst gegenüber als ungerecht und unzuträglich empfinden würde, gegen andere in Anwendung zu bringen; denn wo es sich um sie selber handelt, soll gerechtes Regiment obwalten; wenn aber um andere, da fragen sie nach keiner Gerechtigkeit.
Aristoteles (384-322 v. Chr.), griechischer Philosoph

In jener Stadt lebt man am besten, in der sich die Bürger, denen kein Unrecht zugestoßen ist, genauso wie die ungerecht behandelten Bewohner bemühen, einen Übeltäter zu bestrafen.
Solon

Du siehst, dass dein Bruder Ungerechtigkeit leiden muss, aber dein Herz rührt sich nicht, wenn nur deine Habe unversehrt ist. Warum fühlt deine Seele nichts? Doch offenbar, weil sie tot ist.
Erasmus von Rotterdam (Gerhard Gerhards)

Jung ist der Mensch, den jede Ungerechtigkeit in der Welt aufregt.
Juan José Arreola

Die Empörung ist der Zorn der Gerechtigkeit.
Sully Prudhomme (René François Armand)

Es liegt tief in unserer Seele ein angeborenes Prinzip der Gerechtigkeit und der Tugend, nach dem wir unsere Handlungen und die anderer beurteilen, ob sie gut oder böse sind. Und diesem Prinzip gebe ich den Namen Gewissen.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Nur dann, wenn dir Gewalt geschieht, wird die Menge an dir Anteil nehmen. Ums Unrecht, das dir widerfährt, kein Mensch den Blick zur Seite kehrt.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Lass dein Leben zum Reibungswiderstand gegen Ungerechtigkeit werden!
Henry David Thoreau (1817-1862), amerikanischer Schriftsteller

Ich kann kein Unrecht leiden, und daran krepiere ich; aber Gott weiß, dass ich mit derselben Schärfe des Gefühls auch das Unrecht, das andern widerfährt, empfinde.
Heinrich Heine (1797-1865), deutscher Dichter und Publizist

Die wahren Helden der Geschichte sind nicht die großen Eroberer gewesen, sondern jene, die im Kampf gegen das Unrecht führten.
Martin Andersen-Nexø (1869-1954), dänischer Schriftsteller

Das Schlimme ist, dass heute die Welt aus Wespennestern besteht und man das Hineintreten kaum vermeiden kann, wenigstens nicht, wenn es einem ein bisschen um Wahrheit und Gerechtigkeit zu tun ist.
Thomas Mann (1875-1955), deutscher Schriftsteller

Der leidenschaftliche Wille zur Gerechtigkeit und Wahrheit hat mehr zur Verbesserung der menschlichen Lebensbedingungen beigetragen als die berechnende politische Schlauheit, die auf die Dauer nur allgemeines Misstrauen erzeugt. Wer will bezeugen, dass Moses ein besserer Führer der Menschheit war als Machiavielli.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Rechtsbewusstsein entsteht durch ein Unrechtserlebnis.
Manès Sperber (1905-1984), österreichisch-französischer Schriftsteller, Sozialpsychologe und Philosoph

Vier Dinge von allem stehen dem entgegen, dass wir eine Kultur besäßen, die etwas taugt: unsere falsche Auffassung der Größe, das herabgeminderte Gerechtigkeitsgefühl; unsere Vergötzung des Geldes; und das Fehlen einer wirklich religiösen Gesinnung in uns.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin

Seid vor allem immer fähig, jede Ungerechtigkeit gegen jeden Menschen an jedem Ort der Welt im Innersten zu fühlen. Das ist die schönste Eigenschaft eines Revolutionärs.
Ernesto Che Guevara (1928-1967), argentinischer Politiker, Guerillaführer und Autor, Anführer der kubanischen Revolution

Es mag Zeiten geben, da wir gegen Ungerechtigkeiten machtlos sind, aber wir dürfen nie versäumen, dagegen zu protestieren.
Elie Wiesel (1928- ), US-amerikanischer Schriftsteller, Friedensnobelpreisträger

Ich hatte keinerlei Unrechtsbewusstsein, ruft der Zeitgenosse. Gewiss - auch Rechtsbewusstsein hat er nie gehabt.
Johannes Gross (1933-2000), deutscher Publizist, Herausgeber und TV-Moderator

Nimm nicht so gelassen das Unrecht hin, das anderen getan wird.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Das Unrecht, das einem anderen Bürger angetan wird, wird mir angetan. Ein freier Rechtsstaat ... ist nur dort, wo dieser Satz sich verwirklicht.
Karl Jaspers (1883-1969), deutscher Philosoph des Existentialismus und Schriftsteller, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels

  Gerechte Gesetze

Gute Menschen brauchen keine Gesetze, die ihnen sagen verantwortlich zu handeln, während schlechte Menschen immer einen Weg finden, Gesetze zu umgehen.
Platon ( 427-347 v. Chr.), griechischer Philosoph

Das Gesetz ist ein Vertrag, worin man sich gegenseitig das Recht verbürgt. Aber es ist nicht imstande, die Bürger zu Sittlichkeit und Gerechtigkeit zu erziehen.
Lykophron

Gesetz aber gibt es da, wo Ungerechtigkeit möglich ist.
Aristoteles (384-322 v. Chr.), griechischer Philosoph

Gesetze werden gemacht, damit der Stärkere nicht alles kann.
Ovid (43 v.Chr.-17 n.Chr.), römischer Dichter

Ein gerechtes Gesetz ist ein von Menschen gemachtes Gesetz, das mit der Moral oder dem Gesetz Gottes übereinstimmt. Ein ungerechtes Gesetz ist ein Gesetz, das mit dem der Moral nicht harmoniert.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph

Es ist nicht Aufgabe der Gesetze, für die Wahrheit von Meinungen, sondern für das Wohl und die Sicherheit des Gemeinwesens und der Güter und jeder einzelnen Person Sorge zu tragen.
John Locke (1632-1704), englischer Philosoph

Das Gesetz ist der Freund des Schwachen.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Zwischen dem Starken und dem Schwachen, zwischen dem Reichen und dem Armen, zwischen dem Herrn und dem Diener ist es die Freiheit, die unterdrückt und das Gesetz, das befreit.
Dominique Lacordaire (1802-1861), französischer Dominikaner, Prediger und Theologe

Man kann die Menschen nicht durch das Gesetz gut machen.
Clive Staples Lewis (1898-1963), englischer Schriftsteller

  Unrechtsanwälte

Begehre kein Richteramt, wenn dir der Mut fehlt, dem Unrecht Einhalt zu gebieten.
AT, Jesus Sirach 7,3

Die Gesetze gleichen den Spinnweben, denn fällt etwas Leichts und Schwaches hinein, so wird es festgehalten, wenn aber etwas Größeres, dann schlägt es durch und kommt heil davon.
Solon (um 640-um 560 v.Chr.), athenischer Staatsmann

Rechtsanwalt - ein Beruf Dinge zu verschleiern.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.

Gesetze sind wie Spinnweben, die kleine Fliegen fangen, aber Wespen und Hornissen entkommen lassen.
Jonathan Swift (1667-1745), anglo-irischer Schriftsteller und Satiriker

Um recht zu tun in der Welt, braucht man nur sehr wenig zu wissen, aber um mit Sicherheit unrecht tun zu können, muss man die Rechte studieren.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Wenn du etwas gegen das Gesetz tun willst, dann frage immer erst einen tüchtigen Rechtsanwalt.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1925

Rechtsanwalt, subst. masc.: Eine in Umgehung des Gesetzes geschulte Person.
Ambrose Gwinnet Bierce (1842-1914), amerikanischer Journalist und Satiriker

Juristen sind Leute, die die Gerechtigkeit mit dem Recht betrügen.
Harold Pinter (1930-), englischer Schriftsteller

  Unrechtsjustiz

Kleine Diebe hängt man, die großen lässt man laufen.
deutsches Sprichwort

Wenn die Begriffe nicht klargestellt sind, dann treffen Worte nicht das Richtige. Wenn die Worte nicht das Richtige treffen, dann kann man in seinen Aufgaben keinen Erfolg haben, dann sind Strafen nicht gerecht. Wenn die Strafen nicht gerecht sind, dann weiß das Volk nicht mehr ein noch aus.
Konfuzius (551-479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Wo keine Gerechtigkeit herrscht, ist es gefährlich Recht zu haben.
Francisco Gómez de Quevedo y Villegas (1580-1645), spanischer Schriftsteller und Dichter

Es ist schon Unrecht, wenn man ihnen nicht möglichst den Anwalt gibt, den er selbst zu haben wünscht.
Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635), deutscher Theologe und Dichter, Jesuit

Die Aufgabe der Richter ist es, Recht zu sprechen; ihr Geschäft ist es, die Rechtsprechung zu verzögern.
Jean de La Bruyère (1645-1696), französischer Schriftsteller, Moralist

Es ist gefährlich im Recht zu sein, wenn die Regierung im Unrecht ist.
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

Wenn etwas hart bestraft wird, so beweist das gar nicht, dass es unrecht ist; es beweist bloß, dass es dem Vorteil der Machthaber nachteilig ist. Oft ist gerade die Strafe der Stempel der schönen Tat.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller

Die Gesetze sind Spinnweben, durch die die dicken Fliegen durchkommen und wo nur die kleinen hängen bleiben.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Schriftsteller

Ein Staat, der die Bestrafung Unschuldiger zulässt oder veranlasst, untergräbt seine eigene Autorität und die Achtung vor seiner eigenen Hoheit in den Gewissen der Staatsbürger.
Clemens August von Galen (1878-1946), deutscher katholischer Theologe, Bischof von Münster, Widerstand gegen die Nazis

Die Untersuchung ergab keinen Erfolg: die Opfer bekannten sich nicht zum Urecht, das ihnen geschah.
Wieslaw Brudzinski (1920- ), polnischer Schriftsteller

  Recht des Stärkeren

Unrecht hat der Wolf nur, wenn er nicht der Stärkste ist.
Jean de La Fontaine (1621-1695), französischer Dichter

Unter Königen, Völkern, Einzelnen gibt sich der Starke Rechte über den Schwachen.
Vauvenargues, Luc de Clapiers Marquis de (1715-1747),  französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Der Sinnspruch des Notrechtes heißt: "Not hat kein Gebot" und gleichwohl kann es keine Not geben, welche, was unrecht ist gesetzmäßig macht.
Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph

Die Moral ist ein steter Angriff auf das Recht des Stärkeren.
Jeremy Bentham (1784-1832), englischer Jurist, Philosoph und Sozialreformer

Es ist besser Unrecht zu leiden, als Unrecht zu tun.
Gotthold Ephraim Lessing (1824-1900), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung

Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Je mehr Freiheit es gibt, desto mehr wird die Gerechtigkeit dadurch gefährdet, dass die Stärkeren, Gescheiteren, Geschickteren die anderen schädigen.
Max Horkheimer (1895-1973), deutscher Philosoph und Soziologe

  Duldung von Ungerechtigkeit und Unrecht

Wer altes Unrecht duldet, lädt neues ins Haus.
deutsches Sprichwort

Wer aber nicht abwehrt und dem Unrecht nicht entgegentritt, wenn er es vermag, ist so in Schuld, wie wenn er Eltern, Freunde oder das Vaterland im Stich ließe.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.), römischer Philosoph

Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt es.
Mark Aurel (121-180), römischer Politiker und Philosoph

Wer nicht von seinem Mitmenschen Unrecht abwehrt, wenn er kann, ist ebenso schuldig wie jener, der es begeht.
Aurelius Ambrosius (340-397), lateinischer Kirchenvater, Bischof von Mailand und Hymnendichter

Recht ist Recht, auch wenn jeder dagegen ist, und Unrecht ist Unrecht, auch wenn jeder dafür ist.
William Penn (1644-1718), englischer Quäker, amerikanischer Politiker, Gründer von Pennsylvania

Wenn ein Unrecht nur lange genug hingenommen wird, hält man es schließlich für Rechtens.
Thomas Paine (1737-1809), englisch-amerikanischer Publizist und Politiker

Du musst ja nichts Großartiges tun, es reicht, wenn du als Zeuge von Unrecht hingehst und fragst: Warum machst du das? Erklär mir, was du hier machst! Wenn du aber diese Haltung: „Ohne mich!“ einnimmst, wenn du diese Haltung als allgemeine Haltung nimmst, bist du schon auf dem Weg, dass du dich schuldig machst. Du musst dich auch einmischen!
Hanna Ahrendt (1906-1975), deutsche Philosophin

Wer Unrecht duldet, stärkt es!
Willy Brandt (1913-1992), deutscher Politiker, SPD, Bundeskanzler

  Ursachen von Ungerechtigkeit und Unrecht

Weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.
Bibel, Neues Testament, Matthäus-Evangelium 24,12

Alles was du in deinem Leben und Dasein, einmal an Ungerechtigkeiten, Lügen, Betrug, Kälte und Unwissenheit anderen Menschen zugefügt hast, kommt wieder zu dir zurück in sieben Jahren.
indianisches Sprichwort

Gäbe es das Ungerechte nicht, so würde man den Begriff der Gerechtigkeit nicht kennen.
Heraklit (ca. 550-480 v. Chr.), griechischer Philosoph

Das Töten eines Menschen gilt als Unrecht, und es steht darauf eine Todesstrafe. Die Tötung von hundert Menschen verdient demnach hundert Todesstrafen. Kommen wir nun aber zur Ungerechtigkeit im Großen, nämlich zum Angriff auf einen Staat, dann verurteilen die Menschen diese nicht mehr, im Gegenteil, sie rühmen sie und nennen sie gerecht. Sie verstehen die Dinge nicht und wissen nicht, was recht und unrecht ist.
Mo-ti (um 470-400 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Den Namen des Rechtes würde man nicht kennen, wenn es das Ungerechte nicht gäbe.
Heraklit (ca. 550-480 v. Chr.), griechischer Philosoph

Die Menschen fürchten Ungerechtigkeit, weil sie Angst haben, ihr zum Opfer zu fallen, nicht weil sie es verabscheuen, sie zu begehen.
Platon ( 427-347 v. Chr.), griechischer Philosoph

Wo man sich stark genug fühlt zur Ungerechtigkeit, da ist man ungerecht.
Platon ( 427-347 v. Chr.), griechischer Philosoph

Das gerechte Leben ist von Unruhe am freiesten, das ungerechte aber ist voll von jeglicher Unruhe.
Epikur von Samos ( 341-270 v. Chr.), griechischer Philosoph

Unrecht begeht man selbst, wenn man nichts davon weiß.
Publilius Syrus (ca. 90-40 v. Chr.), römischer Moralist

Wer einmal Unrecht begangen hat, hört nicht wieder damit auf.
Publilius Syrus (ca. 90-40 v. Chr.), römischer Moralist

Wer sündigt, der sündigt zu seinem eigenen Schaden; wer Unrecht tut, der tut sich selber Unrecht, denn er macht sich selber schlecht.
Mark Aurel (121-180), römischer Politiker und Philosoph

Wer bereit ist, Unrecht zu tun, tut es bereits.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Kaum einer ist klug genug, um zu erkennen, wie viel Unrecht er getan hat.
François de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Schriftsteller

Es ist möglich, Böses zu tun, obwohl man glaubt, Gutes zu tun; es ist möglich schuldig zu werden, indem man es weiß und es will. Aber eine in sich widerspruchsvolle Sache ist niemals eine Wahrheit: es gibt keine Gerechtigkeit der Ungerechtigkeit.
Germaine de Staël (1766-1817), französische Schriftstellerin

Das Vermögen, schaden zu können, erweckt, fürchte ich, die Lust, schaden zu wollen; und es ist besser, unrecht leiden, als unrecht tun.
Gotthold Ephraim Lessing (1824-1900), deutscher Schriftsteller, Kritiker und Philosoph der Aufklärung

Die Tatsache, dass der Mensch Recht von Unrecht unterscheiden kann beweist seine intellektuelle Überlegenheit gegenüber allen Geschöpfen; die Tatsache aber, dass er Unrecht tun kann, beweist seine moralische Minderwertigkeit, gegenüber allen Geschöpfen, die es nicht können.
Mark Twain (Samuel Langhorne Clemens) (1835-1910), US-amerikanischer Schriftsteller

Was man nicht mag, pflegt man gewöhnlich auch ungerecht zu behandeln.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Das Unrecht des Mächtigen, welches am meisten in der Geschichte empört, ist lange nicht so groß, wie es scheint. Schon die angeerbte Empfindung, ein höheres Wesen mit höheren Ansprüchen zu sein, macht ziemlich kalt und lässt das Gewissen ruhig.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Durch Ungerechtigkeit gewinnt der Mensch, was wünschenswert erscheint. Er besiegt seine Feinde, geht aber darüber in seinem Wesen zugrunde.
Rabindranath Tagore (1861-1941), indischer Dichter, Literaturnobelpreisträger

Bei der Ungerechtigkeit, die dir begegnet liegt 50 Prozent an den Umständen, 25 Prozent an der Unwissenheit und Gedankenlosigkeit der Mensche und nur 25 an wirklicher Böswilligkeit.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Ungerechtigkeit gegen den anderen, Nichtanerkennung seiner Würde als ein Selbst ist immer auch Ungerechtigkeit gegen uns selbst.
Paul Tillich (1886-1965), deutsch-US-amerikanischer evangelischer Theologe und Religionsphilosoph, 1962 Friedenspreis des deutschen Buchhandels

Du bist nicht so blind vor Patriotismus, dass du der Realität nicht entgegentreten kannst. Unrecht ist Unrecht, egal wer es tut oder sagt.
Malcolm X (1925-1965), US-amerikanischer Führer der Bürgerrechtsbewegung

Ungerechtigkeit und Unbarmherzigkeit sehen zu müssen, macht ebenso viele Revolutionäre wie Unzufriedenheit und Hunger.
B. Traven

  Folgen von Ungerechtigkeit und Unrecht

Der Irrtum und das Unrecht der Könige werden mit ihnen begraben, aber das Unrecht der Gesetzgeber dauert von Geschlecht zu Geschlecht.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), schweizerischer Pädagoge und Sozialreformer

Die geringste Ungerechtigkeit ist eine Gefahr für die Gerechtigkeit schlechthin.
Martin Luther King (1929-1968), amerikanischer Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

  Vergeltung von Unrecht

Nimm dir nicht vor, erlittenes Unrecht selber zu vergelten! Vertrau auf Gott, er wird dir Recht verschaffen!
Bibel, Altes Testament, Sprüche 20,22

Achtet darauf, dass keiner Unrecht mit Unrecht zurückzahlt.
Bibel, Neues Testament, 1. Thessalonikerbrief 5,15

Rache macht ein kleines Recht zu großem Unrecht.
arabisches Sprichwort

Vergeltet Böses mit Gerechtigkeit - und Gutes mit Gutem.
Konfuzius (551-479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Man darf keinen Menschen Unrecht mit Unrecht, Böses mit Bösem vergelten, was man auch von ihm erlitten hat.
Thukydides (vor 454 bis zwischen 399 bis 396 v. Chr.), griechischer Stratege und Historiker

Man darf also den Menschen nicht mit Unrecht oder Übel vergelten, was man auch immer von ihnen erleidet.
Platon ( 427-347 v. Chr.), griechischer Philosoph

  Widerstandsrecht

Der Mann muss auch seinem König, wenn dieser Unrecht tut, widerstehen und sogar helfen, ihm zu wehren, selbst wenn jener sein Verwandter oder Lehnsherr ist; damit verletzt er sein Treuepflicht nicht.
Eike von Repkow (um 1180/1190-nach 1233), deutscher Jurist

Die Herrschaft des Tyrannen aber kann nicht von langer Dauer sein, denn sie ist der Menge verhasst. Und nicht, was gegen die Wünsche der vielen ist, kann sich auf die Dauer behaupten [...] In einer schwierigen Lage aber kann es nicht an Gelegenheit fehlen, sich gegen den Tyrannen zu erheben. Wo immer eine Gelegenheit ist, wird unter den vielen auch der eine sein, der die Gelegenheit benützt. Jenen aber, der sich erhebt, wird das ganze Volk mit seinen Wünschen begleiten, und nicht leicht wird der Erfolg bei dem ausbleiben, was unter der Zustimmung der Menge ins Werk gesetzt wird. So wird es sich kaum ereignen, dass sich die Herrschaft eines Tyrannen auf lange Zeit erstreckt.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph

Wie, wenn denn ein Fürst Unrecht hätte, ist ihm sein Volk auch schuldig zu folgen? Antwort: Nein, denn wider Recht gebührt niemand zu tun; sondern man muss Gott mehr gehorchen denn den Menschen.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Wenn ein Fürst, weit davon entfernt, seine Untertanen glücklich leben zu lassen, sie unterdrücken und vernichten will, so endet die Grundlage des Gehorsams; nichts bindet sie mehr, nichts knüpft sie mehr an ihn; und sie kehren wieder in ihre natürliche Freiheit zurück.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu (1689-1755), französischer Schriftsteller und Philosoph

Aber wenn eine lange Reihe von Missbräuchen und rechtswidrigen Akten, die alle auf ein gleiches Ziel hin tendieren, den Plan beweist, die betreffenden Menschen einem absoluten Despotismus zu unterwerfen, dann ist es deren Recht, ja deren Pflicht, solche Regierungen zu beseitigen und neue Hüter künftiger Sicherheit zu bestellen.
Thomas Jefferson (1743-1826), amerikanischer Politiker, Präsident

Die Gesellschaft hat sich unmerklich so viele Rechte über das Individuum angemaßt, dass das Individuum gezwungen ist, sie zu bekämpfen.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Schriftsteller

Alle Menschen akzeptieren das Recht auf Revolution, das heißt das Recht, der Regierung die Gefolgschaft zu verweigern und ihr Widerstand zu leisten, wenn ihre Tyrannei oder ihr Unvermögen zu groß und unerträglich sind.
Henry David Thoreau (1817-1862), amerikanischer Schriftsteller

Wie viel Dank ist die Menschheit schuldig diesen Blutzeugen nicht nur des Christenglaubens, sondern auch der Menschenwürde, die sie mit ihrem Blut und Leben verteidigt haben! Denn in dem Augenblick, in welchem die menschliche Obrigkeit in ihren Befehlen den klar erkannten, im eigenen Gewissen bezeugten Willen Gottes widerstreitet, hört sie auf, Gottes Dienerin zu sein, zerstört sie die eigene Würde, verliert sie das Recht zu gebieten, missbraucht sie ihre Macht zu belohnen und zu bestrafen, und versucht sie freventlich, die von Gott gegebene Freiheit der menschlichen Persönlichkeit, das Ebenbild Gottes im Menschen zu erwürgen!
Clemens August von Galen (1878-1946), deutscher katholischer Theologe, Bischof von Münster, Widerstand gegen die Nazis

Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Schriftsteller und Regisseur

Ich glaube, dass es für unterdrückte und überwältigte Minderheiten ein "Naturrecht" auf Widerstand gibt, außergesetzliche Mittel anzuwenden, sobald die gesetzlichen sich als unzulänglich herausgestellt haben.
Herbert Marcuse (1898-1979), deutscher Philosoph

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt. (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden. (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 20

Weil das Naturrecht das positive Recht begründet und begrenzt, bedeutet dies auch, dass es rechtmäßig ist, der Autorität Widerstand zu leisten, wo immer diese die Grundsätze des Naturrechts schwerwiegend und wiederholt verletzt.
Sozialkompendium der Katholischen Kirche

  Gerechter Krieg

Der ungerechteste Friede ist immer noch besser als der gerechteste Krieg.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v. Chr.), römischer Philosoph

In der Chronik vom Aufgang und Niedergang der Staaten sind keine gerechten Kriege verzeichnet, wenn auch der eine gerechtfertigter ist als der andere.
Mengtse (um 370-290 v. Chr.) chinesischer Philosoph

Kaum ein Friede ist jemals so ungerecht, dass er nicht auch dem gerechtesten Krieg vorzuziehen wäre.
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Ein Krieg, der in seinem Anfange ungerecht ist, wird durch ein glückliches Ende nimmer gerecht.
Fénélon (François de Salinac de La Mothe-Fénelin) (1651-1715), französischer katholischer Theologe, Erzbischof und Schriftsteller

Die heuchlerische Ungerechtigkeit ruft die Kriege hervor. Die gewalttätige Gerechtigkeit überstürzt sie.
Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller

  Ungerechte Gesetze

Wo du die Gesetze am zahlreichsten findest, dort findest du auch die größte Ungerechtigkeit.
Arcesilaus

Ein ungerechtes Gesetz ist gar kein Gesetz.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph

Das Gesetz zwingt uns, das zu tun, was gesagt ist, und nicht dass, was wahr ist.
Hugo Grotius

Es ist gefährlich, dem Volk zu sagen, dass die Gesetze nicht gerecht sind, denn es gehorcht ihnen nur daraum, weil es sie für gerecht hält.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Nun bleiben aber die Gesetze in Geltung, nicht weil sie gerecht sind, sondern weil sie Gesetze sind.
Michel Eyquem de Montaigne

Man verkauft uns meistens Gesetze für Gerechtigkeit, und oft sind sie gerade das Gegenteil.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller

Gesetze schinden die Armen und die Reichen beherrschen die Gesetze.
Oliver Goldsmith

Das Gesetz findet dort seine Grenze, wo es in Widerspruch zu den allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechtes oder zu dem Naturrecht tritt oder der Widerspruch des positiven Gesetzes zur Gerechtigkeit ein so unerträgliches Maß erreicht, dass das Gesetz als "unrichtiges Recht" der Gerechtigkeit zu weichen hat. Wird der Grundsatz der Gleichheit bei der Setzung des positiven Rechts überhaupt verleugnet, dann entbehrt das Gesetz der Rechtsnatur und ist überhaupt kein Recht.
Gustav Radbruch (1878-1949), deutscher Jurist und Politiker, SPD

Ich behaupte, dass der die größte Hochachtung vor dem Gesetz zeigt, der ein Gesetz bricht, das ihm vor seinem Gewissen ungerecht erscheint, und bereitwillig die Strafe auf sich nimmt und ins Gefängnis geht, um damit das Gewissen seiner Mitbürger wachzurütteln.
und ihnen die Augen für die Ungerechtigkeit
dieses Gesetzes zu öffnen.
Martin Luther King (1929-1968), amerikanischer Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Ein ganzes Volk wird durch seine Gesetzgebung zur Unehrlichkeit erzogen, weil Ehrlichkeit bestraft wird.
John Steinbeck

  Gerechtigkeit und Gesetzesflut

Im verdorbensten Staate sind die meisten Gesetze.
Publius Cornelius Tacitus (55-116). römischer Geschichtsschreiber

Je mehr Gesetze, desto weniger Gerechtigkeit.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller

Ein Gemeinwesen ist nach der Zahl seiner Gesetze zu beurteilen: je mehr, desto schlechter.
Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (1757-1831), preußischer Beamter, Staatsmann und Reformer

Das Recht wird zunehmend unanwendbarer, und ein unanwendbares Recht ist eigentlich Unrecht, so kann man das eigentlich formulieren.
Karl-Heinz Sporer

  Anrechte und Vorrechte

Privilegien aller Art sind das Grab der Freiheit und Gerechtigkeit.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller

Der größte Feind des Rechts ist das Vorrecht.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Historische Anrechte sind gewöhnlich historische Unrechte.
Emil Gött (1864-1908), deutscher Schriftsteller

Es ist unmöglich, eine herrschende Gruppe davon zu überzeugen, dass ihre Privilegien ungerechtfertigt sind und dass sie davon ablassen müssen. Individuen kann man manchmal, wenn auch selten, davon überzeugen, ganze Gruppen niemals.
Jawahrlal Nehru (1889-1964),  indischer Politiker, Ministerpräsident

  Engagement für Recht und Gerechtigkeit

Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!
Bibel, Altes Testament, Sprüche 31,8

Weh denen, die unrechte Gesetze machen, um die Sache der Armen zu beugen!
AT, Jesaja 10,1-2

Bis zum Tod setz dich ein für das Recht, dann wird der Herr für dich kämpfen.
Bibel, Altes Testament, Jesus Sirach 4,28

Der Reiche tut Unrecht und prahlt noch damit, der Arme leidet Unrecht und muss um Gnade bitten.
Bibel, Altes Testament, Jesus Sirach 13,3

Siehst du, wie im Lande der Arme Unrecht leidet und Recht und Gerechtigkeit zum Raub geworden sind, dann wundere dich nicht darüber; denn ein Hoher schützt den andern, und noch Höhere sind über beiden.
Bibel, Altes Testament, Kohelet 5,7

Dem der Unrecht leidet, muss man nach Kräften helfen und nicht ruhig zusehen. Denn eine solche Handlungsweise ist gut und gerecht, das Gegenteil aber ungerecht und feige.
Demokrit (um 460-370 v. Chr.), griechischer Philosoph

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir den Kampf verlieren werden, darf uns nicht davon abhalten, eine Sache zu unterstützen, die wir für gerecht halten.
Abraham Lincoln (1809-1865), amerikanischer Politiker, Präsídent, Kämpfer für die Abschaffung der Sklaverei

Wenn wir nur das Unrecht hassen und nicht diejenigen, die es tun, werden wir unsere Kampfgenossen und unsere Feinde lieben.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Eine einzige Ungerechtigkeit, die man beseitigt, erlöst noch nicht die Menschheit, aber sie verklärt einen Tag.
Romain Rolland (1866-1944), französischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Mut ist die Tugend, die für die Gerechtigkeit eintritt.

Wer nicht fähig ist, über andern getanes Unrecht zornig zu werden, der wird nicht für große Ordnung kämpfen können.
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Schriftsteller und Regisseur

 

 
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© Dr. Martin Weimer